TRAILTICKER 05 - 2018


Foto: Cape Wrath, Steve Ashworth






Als ich mir Ende April den Trailrunning-Kalender für Mai anschaute, war ich überrascht. Zwei große spanische Trailrunningveranstaltungen am gleichen Tag: Der Transvulcania und die Trail World Championships auf den Penyagolosa Trails.
Der Transvulcania hat sich seit einigen Jahren als Frühjahrsklassiker etabliert. Bevor es auf die steilen, hohen und langen Trails der Alpen und der Rocky Mountains geht, sind zunächst die Inseln gefragt: Gran Canaria, Madeira, La Palma.
La Palma. Gerade die gemäßigte Distanz von 73km, die abwechslungsreiche Strecke und die gute Stimmung zieht nicht nur die breite Trailrunner-Schar an, sondern auch die Elite. Wen hatte man nicht schon alles auf der Isla Bonita gesehen: Kilian Jornet, Luis Alberto Hernando, Francois d’Haene, Timothy Olson, Dakota Jones, Zach Miller, Emelie Forsberg, Nuria Picas, Anna Frost, Nikki Kimball, Darcy Piceu – um nur einige zu nennen.
In diesem Jahr war von einem breiten Favoritenfeld nicht viel übrig. Mit Marco de Gasperi zwar ein großer Name, aber ein Läufer, der bislang auf kürzeren Strecken zu Hause war. Mit Daniel Jung und Xavier Thevenard hervorragende Läufer, die man aber bei großen Events nicht zwingend ganz oben erwarten würde. Einzig mit Ida Nilsson war eine klare Top-Favoritin am Start. Viele der anderen Läufer und Läuferinnen, für die der Transvulcania sonst der „Laufsteg“ für den ersten Formcheck im Jahr gewesen wäre, fanden sich bei den Penyagolosa Trails.
Pikanterweise stehen hinter Transvulcania und der Trailrunning WM zwei verschiedene Organisationen: Beim Transvulcania die International Skyrunning Federation (ISF), denn der Transvulcania ist der Auftakt der Skyrunning Extra Series. Hinter den Trail World Championships steht die International Trail Running Association (ITRA). Bekriegen sich jetzt schon zwei Verbände um die besten Zeiten im Wettkampfkalender und damit um die Spitzenathleten?
Natürlich ist klar, dass auch ein Abstand von 1-2 Wochen zwischen den beiden Veranstaltungen kaum etwas am Teilnehmerfeld geändert hätte, denn selbst bei den mittellangen Ultras ist die perfekte Regenerationszeit länger. Eine Terminkollision wie in diesem Jahr schwächt aber nicht nur das Teilnehmerfeld, sondern auch die mediale Präsenz. So war z.B. IRunFar  seit 2013 immer mit Live-Berichterstattung beim Transvulcania vertreten. In diesem Jahr wählten Bryon Powell und Meghan Hicks die Veranstaltung mit dem interessanteren Starterfeld: Die Penyagolosa Trails.
Trailrunning als Breitensport lebt sicher von einer großen Zahl und Vielfalt von Veranstaltungen. Trailrunning als Zuschauersport braucht einige wenige Top-Ereignisse, bei denen wirklich der größte Teil der Spitzenläufer am Start ist. Bislang hat es nur der UTMB geschafft, sich als Veranstaltung mit weltweiter Strahlkraft zu etablieren. Die Bemühung, andere Veranstaltungen (z.B. das Ultra Race of Champions) mit Preisgeldern als Incentive zu einer solchen Top-Veranstaltung zu entwickeln sind bislang gescheitert. Es wäre schade für den Sport, wenn sich das Feld der Spitzenläufer weiter verzettelt: durch Konkurenz von Verbänden und Veranstaltern, durch inflationäre Race Series und durch extrinsische Anreize (Sichtbarkeit, Preisgelder, Vertragsbedingungen der Sponsoren). Und auch für einen Athleten ist nichts schlimmer, als wenn es nach dem Rennen heißt: „Er/Sie hat das Rennen gewonnen. Was wäre aber gewesen, wenn x oder y am Start gewesen wäre“.
In diesem Sinne kann man auch von einer unglücklichen Terminwahl sprechend, dass die inoffizielle Deutsche Meisterschaft im Trail-Marathon und Trail-Halbmarathon zeitlich auch noch an dem Wochenende stattfand, das schon mit Transvulcania und den Penyagolosa Trails "ausgebucht" war. Hier kann man sicher nicht über Verbandsinteressen spekulieren – man hatte sich einfach auf den falschen Termin festgelegt. Denn die Intention dieser „inoffiziellen“ Meisterschaft, nämlich die Verbände auf eine Lücke aufmerksam zu machen, wäre mit einem stärkeren Starterfeld der nationalen Top-Trailrunner sicher sehr viel klarer und zwingender herübergekommen. Schade!





Zur Zeit vergeht kaum ein Wochenende, an dem es national wie international 2-3 interessante Trailrennen gibt. Viele davon können schon auf eine gewisse Geschichte zurückblicken, sind im Läuferfeld bekannt und etabliert. Interessanterweise gab es im Mai zwei Premieren, von denen man (fast) nur Gutes hörte: Zum einen der Chiemgau Trail Run in Marquartstein. Mit Ausnahme einer teilweise unzureichenden Markierung scheint hier ein Event aus der Taufe gehoben worden zu sein, das von den Läufern angenommen wird – denn schon die Premiereveranstaltung war ausgebucht. Und die zweite Ausgabe ist bereits für das nächste Jahr terminiert: Vom 10.-12. Mai 2019 wird es den zweiten Chiemgau Trail geben. Und die zweite Veranstaltung: Der Albtraum 100 zusammen mit der kürzeren "Halbtraum“-Strecke (57km) auf der Schwäbischen Alb bei Geislingen. Auch von dieser Veranstaltung hört man nur Gutes. Es ist ein Spendenlauf, der auch im nächsten Jahr wieder veranstaltet werden soll: Am 18.05.2019 ist es wieder so weit.
Schön, dass zwischen den Großveranstaltungen auch immer mehr solcher familiärer und lokal verankerter Läufe entstehen.

Trail World Championships, Penyagolosa Trails (85 km, 12.05.2018, Castellón de la Plana, Spanien)
Auf dieser Strecke machten einige Männer das Tempo – mit dabei und immer ganz vorn: Zach Miller (USA). Zunächst sah es gut für ihn aus – 30 Sekunden vor den Verfolgern, recht gleichmäßig bleibender Abstand. Dann aber, nach etwa 50 km, drückte Zach Miller auf die Tube und lief einen Vorsprung von mehreren Minuten heraus. Aber der hielt nicht. Denn hinter ihm lauerten einige Läufer, die den ganzen Tag geduldiger – und wohl auch kraftsparender – gelaufen waren. Zunächst zog bei km 62 Luis Alberto Hernando (ESP) an Miller vorbei, welcher laut eigener Angaben mit Dehydrierung zu kämpfen hatte, dann auch Cristofer Clemente (ESP) und Tom Evans (GBR). Beide waren am Anfang sehr weit hinten im Feld und waren erst in der zweiten Streckenhälfte in die Spitzengruppe aufgerückt. Sie nutzten das technische und steile Gelände im zweiten Streckenabschnitt, um sich deutlich nach vorn zu schieben und dort festzusetzen. Schließlich siegte Luis Alberto Hernando vor Cristofer Clemente und Tom Evans, Jonathan Albon (GBR) wurde Vierter, Ludovic Pommeret (FRA) Fünfter, und Zach Miller landete am Ende auf Platz acht. Erfreulich aus deutscher Sicht: Janosch Kowalczyk wurde mit 38 Minuten Rückstand auf Hernando Zehnter.
Bei den Damen war es im Wesentlichen ein Start-Ziel Sieg von Ragna Debats (NED). Gegen sie war an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Laja Canes (ESP) ließ es dagegen etwas gemütlicher angehen, auch wenn sie von Anfang an in den Top 10 der Damen vertreten war. Aber erst auf der zweiten Streckenhälfte arbeitete sie sich nach vorn und erreichte schließlich Platz 2 vor Claire Mougel (FRA), die noch von weiter hinten kam und vor allem im technischen Terrain der zweiten Streckenhälfte Boden gutmachte. Vierte wurde nach einem sehr konstanten Rennen Gemma Arenas (ESP), Fünfte Maite Maiora (ESP). Beste Deutsche wurde Eva Sperger auf einem hervorragenden 17. Platz.
Bei dem guten Abschneiden der Spanier und Spanierinnen verwunderte es nicht, dass Spanien bei der Teamwertung sowohl bei den Damen als auch bei den Herren an der Spitze lag:

Ergebnis:
1. Luis Alberto Hernando (ESP) 08:38:35
2. Cristofer Clemente (ESP) 08:46:19
3. Thomas Evans (GBR) 08:49:35
4. Jonathan Albon (GBR) 08:53:41
5. Ludovic Pommeret (FRA) 08:58:12

10. Janosch Kowalczyk (GER) 09:16:10

1. Ragna Debats (NED) 09:55:00
2. Laia Canes (ESP) 10:11:11
3. Claire Mougel (FRA) 10:15:23
4. Gemma Arenas (ESP) 10:25:58
5. Maite Maiora (ESP) 10:28:20

17. Eva Sperger (GER) 11:05:30

Teamwertung Damen:
1. Team Spanien (Laia Canes, Gemma Arenas, Maite Maiora)
2. Team Frankreich (Claire Mougel, Adeline Roche, Amandine Ferrato)
3. Team USA (Clare Gallagher, Kaytlyn Gerbin, Sabrina Little)
...
9. Team Deutschland (Eva Sperger, Brigitte Stork, Simone Philipp)

Teamwertung Herren:
1. Team Spanien (Luis Alberto Hernando, Cristofer Clemente, Pablo Manuel Villa)
2. Team Großbritannien (Thomas Evans, Jonathan Albon, Ryan Smith)
3. Team Frankreich (Ludovic Pommeret, Romain Maillard, Adrien Michaud)
...
5. Team Deutschland (Janosch Kowalczyk, Matthias Dippacher, Markus Mingo)

Vollständige Ergebnisse hier.


Transvulcania (73 km, 12.05.2018, La Palma, Spanien)
Dank ungemein „geschickter“ Terminabstimmung in diesem Jahr, wie oben bereits beschrieben, gleichzeitig ausgetragen mit den Trail World Championships (Penyagolosa Trails). Und trotzdem war mit Läufern und Läuferinnen wie Marco de Gasperi, Cody Reed, Xavier Thevenard, Daniel Jung, Ida Nilsson, Emilie Lecomte und Ekaterina Mityaeva und vielen anderen das Elitefeld nicht spürbar ausgedünnt.
Umso erfreulicher, dass es zwei Deutsche in die Top 10 geschafft haben: Hannes Namberger, Sieger des ZUT 2017 auf Platz 8 und Simone Schwarz (Freiburg) auf Platz 7 bei den Frauen. Erfolgreicher als Hannes Namberger waren beim Transvulcania bislang nur Stephan Hugenschmidt (Plätze 5 und 6 in 2014 und 2016) und Matthias Dippacher (Vierter im Jahr 2011). Und Simone Schwarz ist mit Regine Enenkel (Siebte im Jahr 2011) die einzige Deutsche, die es in den bisherigen 10 Jahren beim Transvulcania in die Top 10 geschafft hat.
Die amerikanische Dominanz im ersten Streckendrittel (bis Hilera de Reventón) mit einer Dreierspitze von Cody Reed, Cole Watson und Morgan Elliot sowie Platz 2 für Brittany Peterson bei den Frauen konnte so (wieder einmal) nicht gehalten werden, und am Ende stand ein Überraschungssieg für Pere Aurell Bove sowie ein erwarteter Start-Ziel Sieg für Ida Nilsson, die damit zum dritten mal in Folge ganz oben auf dem Siegertreppchen beim Transvulcania steht. Die Zeiten waren – wohl auch wetterbedingt (Sturm, Regen am Anfang) – deutlich langsamer als in den Vorjahren. So beendete zum Beispiel Ida Nilsson im Vorjahr das Rennen in 8:04:17, während sie in diesem Jahr 8:40:43 für die gleiche Strecke brauchte.

Ergebnis:
1. Pere Aurell Bove (ESP) 07:37:26
2. Dmitry Mityaev (RUS) 07:38:22
3. Thibaud Garrivier (FRA) 07:42:49

8. Hannes Namberger (GER) 07:53:01

1. Ida Nilsson (SWE) 08:40:43
2. Monica Comast Molist (ESP) 08:46:57
3. Kelly Wolf (USA) 08:49:45

7. Simone Schwarz (GER) 09:54:46

Die vollständigen Resultate gibt es hier.





Cape Wrath Ultra (400 km, 20.-27.05.2018, Fort William - Cape Wrath, GBR)
Dieses achttägige Etappenrennen ist das „Schwesterrennen“ des Dragons Back Race in Wales, mit dem es alternierend alle zwei Jahre stattfindet. Beide Rennen haben es in sich. Eine landschaftlich kaum zu überbietende Vielfalt aus Wiesen, Sumpf, Bachquerungen, Geröll, den landestypischen Fells. Ein Race Director, Shane Ouly, der diese Art von Etappenrennen perfektioniert hat. Und wahre Zungenbrecher, was die Start- und Endpunkte der Etappen betrifft. Kleine Kostprobe: Glenfinnan, Kinloch Hourn, Achnashellach, Kinlochewe, Inverbroom, Inchnadamph, Kinlochbervie.
Solche Rennen sind etwas Besonderes, zumal sie nicht nur schnelle Regnerationsfähigkeit verlangen, sondern auch exzellente Fähigkeiten, sich im freien Gelände anhand einer Karte zu orientieren. Und daher ziehen Rennen wie Cape Wrath, Dragons Back und das Spine Race einen speziellen Typ von Trailrunner an.
Carol Morgan (IRL) und Jim Mann (GBR) sind solche speziellen Typen. Beide haben schon den Dragons Back gewonnen – Carol Morgan 2017, Jim Mann 2015 (2. Platz 2017). Und Carol Morgan hat im Winter das Spine Race gewonnen. Sie sind also mit den Erfordernissen eines solchen Expeditions-Rennens vertraut.
Doch während Carol Morgan von Anfang an das Rennen bei den Frauen dominierte, lief es bei Jim Mann nicht wie erwartet: An Tag 1 führte ein Orientierungsfehler (nicht der erste seiner Karriere) dazu, dass er hinter Robert Barnes (GBR) „nur“ auf Platz 2 landete. An Tag 2 holte er sich zwar wieder die Führung zurück, doch dann schlug bei ihm ein Virus zu  – und an den Folgetagen verlor er gegenüber Robert Barnes deutlich an Boden. Fast wäre er sogar auf Platz 3 abgerutscht; von Jamie Ramsay (GBR) trennten ihn am Ende von Tag 5 nur noch 14 Minuten. Doch dann war es eine Knöchelverletzung bei Ramsay, die diesem wieder Zeit kosteten. Es ist dieses Auf und Ab, die ständig wechselnde Tagesform, die solche Rennen so spannend machen.

Ergebnis:
1. Robert Barnes (GBR) 45:49:42
2. Jim Mann (GBR) 48:00:53
3. Jamie Ramsay (GBR) 49:21:11

1. Carol Morgan (IRL) 55:35:31
2. Sarah Witte (GBR) 58:10:41
3. Karoline Hanks (RSA) 59:22:47

Die vollständigen Resultate gibt es hier.

Und wer sich den Lauf durch die faszinierende schottische Landschaft näher anschauen will: Hier ist eine Serie von Kurzvideos. Und wer die Perspektive eines der deutschen Läufer sehen will, Bert Scharpenberg AKA TrailGrip hat hier einen sehr lesens- und sehenswerten Bericht ins Netz gestellt.

Foto: Cape Wrath, Steve Ashworth




RENNSCHNIPSEL

Lichtenstein Trail (42km/21km, 12.05.2018, Unterhausen, Deutschland)
Zuerst klang es etwas seltsam – der Lichtenstein Trail in diesem Jahr eine inoffizielle Deutsche Meisterschaft? What? Erst im Nachgang wurde die Intention des Veranstalters und Chefredakteur des Trail Magazins Denis Wischniewski klar: Er wollte damit eine Lücke schließen, was Deutsche Meisterschaften anbelangt. Es gibt zum einen die Deutschen Meisterschaften im Ultratrail (DUV), dieses Jahr beim Maintail Ultratrail auf einer Strecke von 65km. Und dann gibt es Deutsche Meisterschaften im Berglauf (DLV), in diesem Jahr beim Brockenlauf auf einer Strecke von 11,7km. Es fehlen Trailmeisterschaften auf der Marathondistanz oder darunter – denn Traillaufen ist bekanntlicherweise nicht gleich Berglauf. Nun zum Rennen selbst. Beim Marathon wurde die Entscheidung zur Familienangelegenheit – Familie Arend/Witt vs. Familie Westphal. Bei den Männern war es Karl Magnus Westphal, der von Anfang an die Pace machte und davonzog – hinter ihm Michael Arend und Florian Felch, Sieger beim Liechtenstein Trail Marathon 2017. Aber das schnelle Tempo von Westphal sollte sich rächen, und bei Kilometer 30 unterlief ihm noch eine Unachtsamkeit, die ihm 1 ½ zusätzliche Kilometer bescherte und dazu führte, dass Michael Arend die Spitze übernahm, ohne ihn direkt passieren zu müssen. Schließlich reichte es für Karl Magnus Westphal noch für Rang 3 hinter dem Sieger und inoffiziellen Deutschen Meister Michael Arend und Florian Felch. Bei den Frauen komplettierte Juli Witt den Familienerfolg – sie lief mit 16 Minuten Vorsprung auf Anja Westphal ins Ziel. Den Halbmarathon gewannen Florian Reichert und Marcus Baur (zeitgleich) vor Berglauf-Spezialist Timo Zeiler, bei den Damen siegte Monika Pletzer, die im Gesamtfeld sogar die sechsbeste Zeit hatte. Ergebnisse hier.

Quicksilver (100km/50km, 12.05.2018, San Jose, CA, USA)
Seitdem der Quicksilver die lange Strecke von 50 Meilen auf 100km umgestellt hat, ist er nicht nur Qualifikationsrennen für den Western States, sondern wird auch gerne von Athleten und Athletinnen zur Vorbereitung auf dieses Rennen genutzt. Letzteres tat auch Cat Bradley, die Vorjahressiegerin beim WSER. Sie gewann den Quicksilver 100k in 11:15:00. Bei den Herren war vor allem das Starterfeld des 50k Rennens interessant, denn hierfür hatte Rob Krar gemeldet. Und er gewann dieses Rennen, wenn auch nur knapp vor Coree Woltering. Ein weiterer Schritt von Rob Krar zurück in die Trailrunning-Szene. Ergebnisse hier.

Rob Krar beim Quicksilver 50 (Foto: Paul King)




Keufelskopf Ultra Trail (85 km, 19.05.2018, Reichweiler, GER)
Keufelskopf Ultra Trail, kurz KUT, bedeutet: Laufen in unwegsamem Gelände, über anspruchsvolle Trails. Das alles in den sogenannten „Preußischen Bergen“, deren höchste Erhebung gerade mal 600 Höhenmeter zählt. KUT heißt auch „teilweise Autonomie“ – da ist die Verpflegung auf dem Trail eher sparsam, üppiger dagegen ist die Lyonerpfanne nach dem Lauf. Ein Lauf nur für Freaks? Sicher nicht mehr. Inzwischen zieht dieser Lauf auch die nationale Trailrunning-Elite an. Darunter Max Kirschbaum, im letzten Jahr Sieger beim Keufelskopf-Marathon-Trail, dieses Jahr Sieger bei KUT in 8:40:42. Mit dabei auch Iris Stern von der Landau Running Company, die 2016 den Pfälzer Weinsteig 100 gewonnen hatte. Sie setzte sich bei den Frauen klar in 11:23:44 durch. Ergebnisse hier.



Guthsmuths Rennsteig Supermarathon (73,9km, 26.05.2018, Eisenach-Schmiedefeld, GER)
Ein reinrassiges Trailrunning-Event ist der Rennsteiglauf nicht. Aber wenn man an Trailläufe das Kriterium anlegen will, dass Waldautobahnen kein Bestandteil der Strecke sein dürfen, dann ist auch der Western States 100 kein Trailrun. Die Ähnlichkeiten zwischen beiden Strecken hat wohl auch Florian Neuschwander gesehen und sich daher den Rennsteig Supermarathon als Vorbereitungswettkampf für den Western States ausgesucht. Wer aber glaubte, Florian „Run with the Flow“ Neuschwander würde von Anfang an dominieren, sah sich getäuscht. Nach verhaltenem Beginn mit größerer Spitzengruppe lösten sich noch vor dem Anstieg zum Großen Inselsberg der Triathlet Steffen Justus und in seinem Windschatten Marc Schulze und Frank Merrbach von den übrigen Spitzenläufern. Doch während Florian Neuschwander auf diesem Teil der Strecke „nur“ auf Rang 4 lag und den Sieg schon abgeschrieben hatte, konnte er in der zweiten Streckenhälfte nochmal ordentlich zulegen und siegte schließlich mit neun Minuten Vorsprung auf Marc Schulze. Dritter wurde Martin Ahlburg. Man kann also sagen: Generalprobe geglückt! Bei den Damen führte bis zur „Halbzeit“ auf der Ebertswiese Juliane Totzke, die dann aber das Rennen nicht beenden konnte. Schade, denn es wäre sicher ein interessanter Zweikampf mit Daniela Oemus geworden, der Siegerin von 2016 und Streckenrekordinhaberin auf der 72,7 km langen Strecke. Ihr ging es auf der ersten Streckenhälfte nicht gut - und sie dachte schon ans Aufgeben. Aber dann schaffte sie, das Blatt zu wenden und lag plötzlich bei den Frauen in Führung. Deutlich. Und damit nicht genug – sie lief auf Streckenrekordkurs! Das ist umso höher einzuschätzen, wo doch 2018 zum zweiten mal in Folge die Strecke korrigiert und damit verlängert wurde. Daniela Oemus siegte schließlich mit einer Zeit von 5 Stunden, 50 Minuten und 23 Sekunden – über 5 Minuten unter ihrem eigenen Streckenrekord! Im Ziel hatte sie eine gute halbe Stunde Vorsprung auf die Zweite, Annika Krull. Hinter dieser folgte Basilia Förster, die Vorjahreszweite, mit 12 Minuten Rückstand auf Platz 3. Ergebnisse hier.

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Zegama-Aizkorri Marathon (42,2 km, 27.05.2018, Zegama, ESP)
In diesem Jahr war Zegama sowohl Bestandteil der Sky Classic World Series als auch das erste Rennen in der neuen Salomon Golden Trail Series. Entsprechend hochkarätig war das Starterfeld. Hier zeigte Rémi Bonnet (SUI), dass er endgültig seine Verletzungsmisere von 2016 hinter sich gelassen hat. Er machte dort weiter, wo er 2017 (Sieg beim Pikes Peak Marathon) aufgehört hat: Er gewann in Zegama nicht nur den VK, sondern auch den Marathon. Letzteres mit 1 1/2 Minuten Vorsprung von Stian Angermund-Vik (NOR) und neuem Kursrekord. Dritter wurde Bartlomiej Przedwojewski (POL), Vierter Marc Lauenstein (SUI), Sechster Mitfavorit Max King (USA). Bester Deutscher wurde Florian Reichert auf Platz 15. Bei den Damen setzt sich wieder einmal die Seriensiegerin Ida Nilsson (SUI) durch, vor Laura Orgué (ESP) und Ruth Croft (NZL). Sheila Avilés (ESP) wurde Fünfte, Emelie Forsberg (SWE) Siebte. Wer sich das Rennen nochmal anschauen will - der Livestream ist inzwischen auf Youtube zu finden - mit Kilian Jornet als Co-Kommentator. Ergebnisse hier.



Ultra Sky Marathon Madeira (55 km, 2.06.2018, Madeira, POR)
Es war nach dem Transvulcania das zweite Rennen in der Skyrunning EXTRA Series, zudem war es als Bonus Race ausgeschrieben – und entsprechend hochklassig war das Starterfeld. Daraus resultierten: Sehr spannende Rennen, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren. Bei den Damen führte über den größten Teil der Strecke die Schwedin Emelie Forsberg, bis Ragna Debats (NED) sie 10 km vor dem Ziel überholte. Aber Ragna Debats hatte es nicht leicht, denn Emelie Forsberg ließ sich nicht abschütteln. Am Ende siegte Debats mit gerade mal einer Minute Vorsprung vor Forsberg, Dritte wurde Nuria Picas (ESP) mit deutlicherem Abstand von 12 Minuten. Das Feld der Männer war lange Zeit durch viele Positionswechsel geprägt – bis sich eine dreiköpfige Spitzengruppe (André Jonsson, Dmitry Mityaev, Jonathan Albon) und eine Verfolgergruppe (Marco De Gasperi, Pau Capell, Pere Aurell and Franco Collé) herauskristallisierte. Schließlich konnte Jonathan Albon (GBR) sich mit sieben Minuten vor André Jonsson (SWE) und neun Minuten vor Dmitry Mityaev (RUS) durchsetzen. Ergebnisse hier.



U.TLW (54 km, 2.06.2018, Arrach, GER)
Es war gerade mal die dritte Veranstaltung des U.TLW nach 2015 und 2016 – im Vorjahr gab es den U.TLW nicht, da man mit den beteiligten Gemeinden nicht handelseinig wurde. Und dennoch hat diese Veranstaltung das Zeug zum nationalen Klassiker, ist früh ausverkauft und super organisiert. Diese Veranstaltung zeigt zudem, dass man auch in den deutschen Mittelgebirgen knackige Trails laufen kann. Auf der Langstrecke („König vom Bayerwald“) setzte sich Lukas Naegele durch und siegte mit 5:01:19. Ihm scheint der Bayrische Wald zu liegen, denn er gewann 2017 auch schon den Arberland Ultratrail. Mit acht Minuten Abstand auf Naegele folgte Matthias Baur – der Sieger von 2015. Dahinter eine Dreiergruppe von Moritz auf der Heide, Thomas Wanninger und Matthias Dippacher, die innerhalb einer Minute ins Ziel liefen. Bei den Damen wiederholte Eva Sperger ihren Erfolg von 2016 – nur war sie auf der längeren Strecke nochmal 20 Minuten schneller als zwei Jahre zuvor! Mit einem Zeitpolster von 45 Minuten verwies sie Anke Friedl und Kristyna Junkova auf die Plätze 2 und 3. Den kürzeren Lauf (Osser Riese) gewannen Hannes Namberger und Kerstin Schneehage. Ergebnisse hier.

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Hochkönigman (88km und weitere Distanzen, 1.-3.06.2018, Maria Alm, AUT)
Der Hochkönigman wurde in diesem Jahr zum vierten Mal ausgetragen. Dieses von Thomas Bosnjak veranstaltete Event nimmt zurzeit eine Entwicklung, wie man sie von einigen anderen Trailveranstaltungen kennt: Aus einer Veranstaltung mit einer oder zwei Läufen wird ein ganzes „Trailfestival“. In diesem Jahr kam zu dem breiten Spektrum an Veranstaltungen noch ein Skyrace mit 30 km und fast 2900 Höhenmetern hinzu. Außerdem wurde auf der längsten Distanz, dem Endurance Trail mit 88 km und 5270 Höhenmetern die Österreichische Meisterschaft (ATRA) durchgeführt – daher lockte gerade diese Strecke einige schnelle österreichische Trailrunner an. Bei den Damen siegte Martina Trimmel (AUT) in 13:58:21, bei den Herren Florian Grasel (AUT) deutlich in 11:25:57. Beim Trail-Marathon waren dagegen mit Christoph Lauterbach und Anna Clipet zwei Deutsche erfolgreich. Das Skyrace wurde mit gerade mal 27 Teilnehmern nur mäßig gut angenommen. Ergebnisse hier.





Wieder gibt es ein paar interessante Trail- und Ultrarunning Filme, die im vergangenen Monat erschienen sind. Neben Kurzfilmen von Sponsoren, die primär Elite-Athleten in den Vordergrund rücken, gibt es auch zwei sehenswerte lange Filme, in deren Mittelpunkt der durchschnittliche Freizeitläufer steht.


Running on Empty Der durchschnittliche Wanderer braucht zwei Wochen, um auf dem GR20 Korsika zu durchqueren. Ultraläuferin Rory Bosio ist kein Durchschnitt. Der Film zeigt, wie es aussieht, wenn man in nur 50 Stunden über den GR20 flitzt.

In Constant Motion Adam Campbell ist ein begeisterter Trailrunner. Im Jahr 2015 wurde er Dritter beim Hardrock 100. Ein Jahr später wäre er beinahe tödlich verunglückt, als er versuchte, den Roger's Pass in BC zu durchqueren. Das Resultat: Multiple Knochenbrüche, Titanstangen, Schrauben.  Cut. 2017: Adam Campbell steht wieder an der Startlinie des Hardrock 100. Er ist noch nicht in der Form, um kompetitiv zu laufen. Aber er entdeckt auf dieser unglaublich schönen und schweren Strecke etwas, das für ihn wichtiger ist als das simple Resultat auf der Rangliste.

Rooted: The Story of HURT 💲 Im Mittelpunkt dieses Films steht nicht so sehr der Wettkampf. HURT: das sind 100 Meilen durch Regenwald, über Wurzeln, über steile Anstiege, durch Wasserläufe und Wasserfälle, das alles in der schwülen Hitze von Hawaii. HURT ist aber auch Ohana. Ohana, das ist die Familie, die Gemeinschaft, die hinter diesem Rennen steht. Hier nimmt man nicht einfach nur teil, hier gehört man dazu. Von dieser Gemeinschaft und ihrer Geschichte erzählt dieser sehenswerte Film.

Ultra  💲 Ein Dokumentarfilm des Ungarischen Filmemachers und Läufers Balazs Simonyi, der schon fünf mal den Spartathlon gefinisht hat. Nun hat er sich 5 Läuferinnen und Läufer herausgesucht – nicht Spitzenathleten, eher die Läuferinnen und Läufer, die weiter hinten im Feld zu finden sind. Jeder davon hat seine Geschichte, seine individuelle Motivation. Und jeder hat seine Art und Weise, diesen 246km langen Lauf durchzustehen. Ein sehr persönlicher Film. Interviews in Originalsprache mit englischen Untertiteln. Auf der vimeo-Seite ist neben der kostenpflichtigen Vollversion des Films auch jede Menge Bonusmaterial zu finden.

Dream Trip Norway:  Salomon hat weltweit Läufer aufgefordert, ihren „Running Dream Trip“ zu beschreiben und sich darum zu bewerben. Der Running Dream Trip für Katie Adams aus Idaho, USA: Die Fjorde und Fjells von Norwegen zu erkunden. Sie erhält den Anruf: Du bist dabei! Zusammen mit Emelie Forsberg und Ida Nilsson fährt sie nach Norwegen und läuft mit ihnen von Hütte zu Hütte. Ein echtes Naturabenteuer …

Anmerkung: Bei Filmen mit 💲 fallen Kosten für den Kauf / Leihe an.
Weitere Filme findet Ihr in unserem Archiv für Trail- und Ultrarunning Filme. Und falls Ihr Euren Lieblingsfilm dort nicht findet – schickt mir einfach eine e-mail. Ziel ist es, das Archiv fortwährend zu ergänzen und zu aktualisieren.






ZUM ANSCHAUEN

Der Johannistag (24.6.) teilt das Kirchenjahr zusammen mit Weihnachten in zwei  Hälften. Im Laufkalender der Trail- und Ultrarunning-Gemeinde gibt es ein ähnlich wichtiges Datum: Der Western States Endurance Run, oder bei den Amerikanern - in Anlehnung an "Christman" -  auch Statesmas genannt. Damit ist klar, welcher Lauf in den Vereinigten Staaten in diesem Monat im medialen Mittelpunkt steht. Dabei gibt es mit dem Zugspitz Ultratrail, dem Lavaredo Ultratrail und dem Mont Blanc Marathon  mindestens drei  weitere Veranstaltungen, auf die man ein Auge haben sollte (wenn man nicht sogar selbst mitläuft).

16./17. Juni 2018: Zugspitz Ultratrail:  Sicher eines der wichtigsten Trailrunning-Events in Deutschland – obwohl das eigentlich nicht korrekt ist, denn mindestens die Hälfte der Strecke verläuft durch unser Nachbarland Österreich. Wie der UTMB den Mont Blanc im Zentrum hat, so verläuft der ZUT in einer Schleife um das Zugspitzmassiv. Neben dem eigentlichen ZUT verlaufen mit dem Supertrail XL, Supertrail, Basetrail XL und Basetrail auch kürzere Trailrennen auf Teilstücken dieser Schleife, alle mit Ziel in Grainau. Während der ZUT in den letzten Jahren vor allem im Elitebereich eine Deutsch-Österreichische Veranstaltung war, ist in diesem Jahr auch die internationale Elite vertreten. So z.B. Caroline Chaverot (FRA), Kristin Berglund (SWE, Siegerin 2016) sowie Cristofer Clemente (ESP) und Thomas Farbmacher (AUT, Sieger 2017). Auch mit dabei: Martin Schedler. Der sympathische Saarländer hat sich in den letzten Jahren sachte, aber kontinuierlich hin zu den langen und technischen Ultraläufen vorgearbeitet und wird sicher ein Wörtchen mitreden wollen. Bei diesem Rennen gibt es kein Live-Tracking via GPS, aber man kann die Ergebnisse an den einzelnen Verpflegungen über den Zeitnehmer mitverfolgen.

22.-24. Juni 2018: Lavaredo Ultra Trail  Die Landschaft um Cortina d’Ampezzo ist faszinierend. Das scheint sich international herumgesprochen haben. Denn anders als in den Vorjahren, wo das Elitefeld hauptsächlich aus Teilnehmern auf der UTWT bestand, hat der Lavaredo Ultra Trail in diesem Jahr eine Leistungsdichte zu bieten, die man sonst nur beim UTMB findet. Allein schon aus den USA reisen viele Athleten an – Hayden Hawks (Sieger CCC 2017), Tim Tollefson (Dritter UTMB 2016 und 2017), Clare Gallagher (Siegerin Leadville 2016 und CCC 2017), Keely Henninger (Siegerin Lake Sonoma 50 2018), Kelly Wolf (Siegerin Tarawera 2018), Darcy Piceu (Miss Hardrock – mit 4 zweiten und 3 ersten Plätzen, dreimalige Siegerin HURT 2006, 2010 und 2018) und Amy Sproston (Achte beim UTMB 2017). Dazu bei den Männern unter anderem: Pau Capell (ESP), Stephan Hugenschmid (GER), Aurelien Collet (FRA), Diego Pazos (SUI), Paddy O’Leary (IRL), Scott Hawker (NZL). Und bei den Frauen muss sich das starke amerikanische Kontingent folgenden Läuferinnen stellen: Mira Rai (NPL), Miao Yao (CHN), Nuria Picas (ESP), Beth Pascall (GBR), Kathrin Götz (SUI), Fernanda Maciel (BRA) und Emma Roca (ESP). Klingt so, als ob das Rennen richtig spannend werden könnte. Live Resultate hier.

23.-24. Juni 2018: Western States Endurance Run. Jedes Jahr werden hier immer höhere Erwartungen geweckt, was die Leistungsdichte angeht. Und wie immer spielen sich beim Western States Rennen in ganz unterschiedlichen Kategorien ab. Da sind zum einen die Männer – und da steht in diesem Jahr mal wieder Jim Walmsley im Mittelpunkt mit seinem dritten Versuch, beim WSER etwas zu reißen. Dieses mal ist seine ganze Trainingsgruppe, die selbsternannten Coconino Cowboys, mit am Start: Tim Freriks, Cody Reed, Eric Senseman und Jared Hazen. Alles Läufer, die zumindest in die Top 10 laufen können, wenn sie das Rennen richtig angehen. Zwar fehlen der Sieger und der Zweite des Letzten Jahres, dafür ist der Sieger von 2016, Andrew Miller mit dabei (wegen einer Verletzung musste Andrew Miller sein Ticket zurückgeben). Aber auch starke Läufer wie Mark Hammond (USA), Jeff Browning (USA) und „Mr. Consistency“ Ian Sharman (GBR) sind mit dabei. Nicht zu vergessen das internationale Kontingent mit Läufern wie Francois d’Haene (FRA) und Didrik Hermansen (NOR). Und dann ist da noch Florian Neuschwander, „unser Mann beim Western States“, der sich das Golden Ticket beim Sean O’Brien geschnappt hat. Es wird spannend, wie er sich in diesem Feld schlägt. Wie schon im letzten Jahr – und ganz untypisch für einen Ultra - ist die Leistungsdichte bei den Frauen fast noch höher. Mit Pam Smith, Stephanie Howe, Kaci Lickteig und Cat Bradley sind die Erstplatzierten der Jahre 2013, 2014, 2016 und 2017 am Start (Cat Bradley verzichtet aus gesundheitlichen Gründen auf den Start). Dann die beiden  Frauen, die sich im letzten Jahr für die Auszeichnung „Ultrarunner of the Year“ ein Kopf-an-Kopf Rennen geliefert hatten: Courtney Dauwalter und Camille Herron. Letztere hat mittlerweile auf den Start beim Comrades (vierzehn Tage vor dem Western States!) verzichtet – den Verlautbarungen nach nicht aus Vernunftgründen, sondern wegen einer Oberschenkelverletzung. (Camille Herron musste nach dem Comrades auch den Western States wegen Oberschenkelverletzung absagen). Und von den internationalen Top-Läuferinnen sind u.a. Lucy Bartholomew (AUS) und Emelie Lecomte (FRA) am Start. Dann gibt es noch die Frage: Wird Karl Meltzer einen neuen Rekord in der Wettkampfklasse M50 aufstellen – der Rekord von 18:43 wurde von Doug Latimer 1988 aufgestellt und wartet immer noch darauf, gebrochen zu werden. Schließlich gibt es die Altersrekorde – den Rekord für den ältesten Teilnehmer, der den WSER gefinisht hat. Derzeit ist das Ray Piva (1998, zu diesem Zeitpunkt 71 Jahre alt). In diesem Jahr werden zwei 75-jährige und zwei 73-jährige Läufer am Start sein, die diesen Rekord brechen könnten. Und noch ein kleines Schmankerl: Da einige Läufer ihre 8 Stunden "Trail Work" nicht abgeleistet haben, wurden sie Anfang Juni von der Liste gestrichen - und Läufer von der Warteliste rückten nach. Mit dabei: Mr. Ultramarathon Man Dean Karnazes. Es ist also mal wieder einiges geboten - und es lohnt sich auf jeden Fall, beim Western States zuzuschauen. Die mediale Präsenz lässt sich zwar nicht mit der beim UTMB vergleichen, aber selbstverständlich wird wieder Bryon Powell und Meghan Hicks von IRunFar berichten, und bei ultralive.net bekommt man mit nur geringem Zeitversatz die Infos zu den Platzierungen an den Aid Stations. Merry Statesmas!

30. Juni-1. Juli 2018: Mont Blanc Marathon. Auch wenn es so klingt – es ist nicht nur ein Marathon, sondern auch ein Ultramarathon (90km), den man bei diesem hochalpinen Lauf bestreiten kann. Dabei gehört der Marathon in diesem Jahr zu den Salomon Golden Trail Series und ist daher für einige schnelle Läufer sehr attraktiv. So haben z.B. die Top 2 des letzten Jahres wieder gemeldet: Kilian Jornet (ESP), Stian Angermund-Vik (NOR), Meghan Kimmel (USA) und Ida Nilsson (SWE). Ob Kilian Jornet nach seiner Unterschenkelfraktur tatsächlich schon fit für das Rennen ist, wird man sehen. Wer das Rennen live verfolgen will, kann das hier tun.


ZUM MITLAUFEN 

Hochsaison beim Trailrunning. Viele Highlights sind längst ausgebucht – Zugspitz, Lavaredo, Eiger, UTMB. Auch Veranstaltungen wie der Karwendelmarsch, bei dem man früher einfach zum Rennen erscheinen und noch nachmelden konnte, sind inzwischen Monate im Voraus dicht. Aber es gibt immer noch Großveranstaltungen im Sommer, bei denen es jetzt noch Startplätze gibt, so z.B. der Stubaital Ultra, der Großglockner Ultra, der Swiss Alpine / Irontrail und der Pitz Alpine. Es gibt aber auch jede Menge kleinerer und familiärer Events, zu denen man sich bis kurz vor dem Start noch anmelden kann. Hier eine kleine Auswahl:

14. Juli 2018: Maintail Ultratrail. Im Jahr 2014 wurde dieses Event zum ersten mal veranstaltet – und in diesem Jahr richtet man hier sogar die Deutsche Meisterschaft im Ultratrail aus. Mit einem Höhenunterschied von 1700 Metern auf einer Strecke von 64,5 Kilometern sind die Anstiege moderat, die Strecke bietet aber vollen Trailgenuss und viel Abwechslung: Es geht durch Wälder, Wiesentäler und Weinberge hoch über dem Maintal nordwestlich von Würzburg. Wem die 64,5 km lange Ultrastecke zu lang ist, der kann auch den „Halben“ (30 km) oder die Kurzstrecke (13 km) unter die Sohlen nehmen …

21. Juli 2018: Mountainman.  Ein neues Event, das in den nächsen Jahren zu einer ganzen Serie ausgebaut werden soll. Der Start ist in diesem Jahr in Reit im Winkl. Die Veranstalter verfolgen dabei ein Konzept, das vor allem die etwas langsameren Trailrunner begeistern sollte und diejenigen, die auch was von der Natur mitbekommen wollen, durch die sie „flitzen“. Alles zusammen ausgedrückt in: „Trail. Run. Hike.“ Neben der Kategorie TrailRUNNING (mit Zeitmessung und Wertung) gibt es bei dieser Veranstaltung auch TrailHIKING – mit Zeitmessung, aber ohne Wertung. Bei der Verpflegung sind keine Zeltstädte geplant, die aus dem Boden gestampft werden. Es werden die Almen eingebunden, an denen die Route vorbeiführt. Das lässt einiges erwarten. Wer also bei Trailläufen nicht nur den süßen Klibberkram von Gels und Riegeln in sich reindrücken will, ist beim Mountainman Reit im Winkl richtig. Richtig sind hier auch die Läufer und Läuferinnen, die ihre Vierbeiner mit auf die Strecke nehmen wollen – auch das ist hier möglich, sofern die Hunde angeleint sind. Wer bei der Premiere des Mountainman dabei sein will: Anmelden!

21.7.2018: Stockhorn Halbmarathon. Es ist „nur“ ein Halbmarathon – aber der hat es in sich. Denn beim Aufstieg aus dem Simmental auf das 2190 Meter hohe Stockhorn es gibt 1714 Höhenmeter zu bewältigen – und das ist alles andere als trivial. Die Anstiege sind so steil und lang, dass man sie gut und gerne mit denen des bekannteren und chronisch ausgebuchten Sierre-Zinal vergleichen kann. Es lohnt sich also, auch einmal für eine kurze und „knackige“ Einheit einen Abstecher in die Schweiz zu machen.

26.-29.7.2018: Montreux Trail Festival.  Habt Ihr die Punkte für den UTMB nicht zusammenbekommen? Oder hattet Ihr Pech in der UTMB-Lotterie? Dann könnte das Montreux Trail Festival genau das Richtige sein, um Euch darüber hinwegzuhelfen, nicht beim UTMB starten zu können. Dabei braucht sich das längste Rennen dieses Events, der MXTREME, nicht hinter dem UTMB zu verstecken – mit 164 km und 12000 HM fordert es dem Läufer sogar noch etwas mehr ab als der UTMB (171 km / 10000 HM). Doch auch für Läufer, die sich die ganz lange Strecke noch nicht zutrauen, hat das Montreux Trail Festival etwas zu bieten. Die Vielfalt der Renndistanzen durch die Waadtländer Alpen ist enorm und reicht von 34 bis 164 km, umfasst zwei Staffeloptionen (darunter eine Family-Staffel) und zwei kurze Nachtrennen. Und auch in puncto Kultur wird hier echt was geboten. Man braucht beim Montreux Trail Festival keine Qualifikationspunkte, hat für den MXTREME sogar 58 Stunden Zeit – und gleichzeitig hat man die Möglichkeit, bis zu 6 UTMB Qualifikationspunkte einzufahren. Für eine gute Organisation garantieren Diego „Zpeedy“ Pazos und Cédric Agassis. Noch sind für alle Strecken Startplätze zu haben …

28.-29. Juli 2018: Walser Trail Challenge. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Trailrunning sollten vielleicht die Wettkämpfe etwas mehr in den Fokus rücken, die von Vereinen oder  kleinen Veranstaltern organisiert werden und daher ein deutlich familiäreres Flair aufweisen als die Veranstaltungen der großen Trail-„Konzerne“. Die Walser Trail Challenge ist eine solche Veranstaltung: sie wird vom Tri-Team Kleinwalsertal organisiert. Und wie man immer wieder hört: Perfekt organisiert! Es gibt an diesem Wochenende 3 Läufe – am Samstag den Widderstein Trail (15km, 980 Höhenmeter) quasi zum „Einrollen“ – und dann kann man am Sonntag zwischen Walser Trail (29km, 1900 Höhenmeter) und Walser Ultra Trail (65 km, 4200 Höhenmelter) wählen. Ergibt zusammen mit dem Widderstein Trail die Walser Trail Challenge Classic oder Walser Trail Challenge Pro. Natürlich kann man alle Läufe auch einzeln buchen! Noch sind genügend Plätze frei, noch kann man sich hier anmelden.

4. August 2018: Immenstädter Gebirgsmarathon. Er heißt “Marathon”, ohne ein echter Marathon zu sein, denn er mißt “nur” 31 km. Aber er ist äußerst fordernd, dieser Lauf über die Nagelfluhkette bei Immenstadt. “Urgestein” Willi Hiemer hatte 1990 die Idee zu diesem Lauf, der damit einer der ältesten Trailläufe in Deutschland ist. Familie Hiemer musste aus persönlichen Gründen die Organisation dieses Laufs aufgeben – und damit stand der Gebirgsmarathon vor dem Aus. Nun haben zwei Trailrunner, Marc Dürr und Stefan Lang, sich des Gebirgsmarathons angenommen und ihn damit wiederbelebt. Es geht von der Talstation der Mittagsbahn in Richtung Stuiben und dann – immer über den Grat – bis zur Bergstation auf dem Hochgrat. Dort ist dann der Wendepunkt, und der Rückweg erfolgt dann über den Grat der kompletten Nagelfluhkette. Dabei gibt es auch die eine oder andere ausgesetzte Stelle. Vor allem aber kann es auch mal eng werden, wenn sich schnelle Läufer auf dem Rückweg und langsame Läufer auf dem Hinweg begegnen. Es ist sicher kein Lauf, um eine persönliche Bestzeit aufzustellen, sondern ein Erlebnislauf. Genauso wird er auch auf der Internetseite des Veranstalters beworben. Noch sind die stark limitierten Startplätze zu haben – maximal 100 Läufer und Läuferinnen dürfen zum Gebirgsmarathon antreten.

4.-5. August 2018: Gondo Marathon. Nein, es ist kein einfacher Marathon – es ist ein Doppelmarathon, den es hier zu laufen gilt. Früher hieß die Veranstaltung „Gondo Event“ und wurde zum Gedenken an die Opfer des Bergrutschs im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Die Veranstaltung 2018 ist die insgesamt 17. Austragung. Die Strecken entlang und in der Umgebung des alten Stockalperwegs sind sehr schön, sind größtenteils Single-Trails und die Veranstaltung ist sehr familiär gehalten. Zum Familiären gehört, dass man sich immer noch anmelden kann. Details findet man auf der Homepage des Gondo Marathons.

12. August 2018: Allgäu Panorama Marathon. Schon zum zwölften Mal wird in diesem Jahr der Allgäu Panorama Marathon ausgetragen. Anders als der Name es vermuten lässt, kann man hier deutlich länger als 42,2 km laufen, denn die längste angebotene Strecke liegt im Ultrabereich und misst 69 km. Hier geht es vom Start- und Zielort Sonthofen über die westlich des Illertals gelegene Bergkette bis ins Kleinwalsertal, auf dem Rückweg muss man östlich des Illertals noch den 1712 Meter hohen Sonnenkopf besteigen. Gar nicht so einfach bei einem Lauf, der häufig unter viel Sonne und bei sommerlicher Hitze ausgetragen wird. Wer sich den Ultra nicht zutraut, der kann hier auch Marathon laufen oder den topfebenen Halbmarathon. Viele Läufer und Läuferinnen würden allerdings gerne die Halbmarathonstrecke mit ordentlich Höhenmetern verbinden, und für diese Ansprüche hat man in diesem Jahr eine weitere Strecke hinzugefügt: Den Hörnerlauf – 18,2 km mit 1111 Höhenmetern im Aufstieg. Dies ist der einzige Point-to-Point Lauf im Wettkampfprogramm und ist eigentlich eher ein Berglauf – denn den 1100 positiven Höhenmetern stehen nur 400 negative Höhenmeter gegenüber. Zurück zum Start geht es per Bus.

26. August 2018: Hartfüßlertrail. Das Saarland hat eine sehr aktive Trailrunning-Szene. Hier findet man keine technischen Trails und auch keine sehr hohen Erhebungen. Das Besondere am Hartfüßlertrail: Hier werden auf unvergleichliche Weise Natur und Industriegeschichte verbunden. Denn dieser Trail führt auf alten Bergmannspfaden durch idyllische Wälder – sogar ein „Urwald“ ist dabei -  wie auch über Abraumhalden und an Absinkweihern und stillgelegten Gruben vorbei. Je nach Können und Kondition kann man zwischen vier Strecken mit einer Länge von 7,5 bis 58 km wählen. Auch wenn bei den Läufern saarländische Dialekte überwiegen – die Anreise von weiter her lohnt sich, auch wenn die Veranstalter darum bitten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden – denn Nachhaltigkeit wird bei diesem Lauf ganz groß geschrieben, und durch eine Kooperation mit dem NABU Saarland versucht man, den ökologischen Fußabdruck dieses Rennens auszugleichen.







IRONMAN kauft den Ultra Trail Australia
Man hat schon oft im Zug der Diskussion über die zunehmende Kommerzialisierung beim Trail- und Ultrarunning den Namen "Ironman" in die Diskussion geworfen.
Nun aber ist es tatsächlich passiert: Ironman kauft den Ultra-Trail Australia. Ironman selbst gehört seit 3 Jahren dem chinesischen Investor Dalian Wanda Group - für 650 Millonen Dollar hatte damals die Marke den Besitzer gewechselt. Dass nun Ironman ausgerechnet mit einem Ultra in Down Under das erste Trailrunning-Event in sein Portfolio gepackt hat, mag aus europäischer Sicht verwunderlich sein. Für ein chinesisches Unternehmen aber durchaus logisch. Zumal der Ultra-Trail Australia eines der teilnehmerstärksten Ultratrail-Events ist. Pikanterweise gehört der Ultra Trail Australia zur UTWT, befindet sich also im Dunstkreis des Poletti-Imperiums.
Man kann jetzt spekulieren, nach welchem Event Ironman als nächstes die Finger ausstreckt. Leadville 100? UTMB?

Wieder ein neuer FKT-Versuch auf dem Appalachian Trail
2015 war es Scott Jurek, 2016 Karl Meltzer, 2017 Joe “Stringbean” Mcconaughy – im vierten Jahr in Folge versucht sich nun ein Ultrarunner am FKT auf dem Appalachian Trail: 2018 ist es Harvey Lewis, Lehrer aus Cincinnati, der sich an die 3500 km lange Strecke gemacht hat. Am 30. Mai ist er am Springer Mountain, Georgia gestartet – ähnlich wie 2015 Scott Jurek läuft er von Süden nach Norden. Die Richtung, die zwar von den meisten Thru-Hikern, selten aber bei Rekordversuchen gewählt wird. Zu schlagen sind: 45 Tage, 12 Stunden, 15 Minuten. Derzeit liegt Harvey auf Rekordkurs, doch das richtig schwierige Gelände kommt erst noch. Wer diesen Rekordversuch verfolgen will: Hier kann man online seine Position sehen.

Mike Morton
Mike Morton mag hierzulande in der Ultrarunning-Community nicht sehr bekannt sein. Zu lange liegt sein erster großer Triumph zurück – 1997 gewann er als erster Läufer von der US-Ostküste den Western States Endurance Run, noch vor der Ära Scott Jurek. Dann verschwand er fast 15 Jahre von der Bildfläche. Er tat seinen Dienst in der US Army, war mehrfach in den Irak und nach Afghanistan abkommandiert. Dann kam er zurück – und es folgten zwei Jahre voller läuferischer Paukenschläge: Sieg und neuer Kursrekord beim Umstead 100. Sieg und Kursrekord beim Keys Ultra 100. Sieg und Kursrekord um 34 Sekunden verpasst beim Badwater 135. Sieg bei den IAU World Championships im 24-Stunden Lauf. Sieg beim Rocky Raccoon. Und schließlich dritter Platz beim Western States 2013, hinter Timmy Olson und Rob Krar. Und dann hörte man nichts mehr von ihm. Verletzung? Nochmaliger Kriegseinsatz?
 

Am 18. Mai wandte sich Mike Morton an die Öffentlichkeit mit einem offenen Brief, der aufrüttelte. Was man aus seinen Leistungen und Interviews in seinen beiden Comeback-Jahren nicht ableiten konnte: Seit 2005 leidet er an Posttraumatischer Belastungsstörung und kämpft mit Alkoholsucht. Und anders als bei Läufern wie Raffael Fuchsgruber oder Charlie Engle (Running the Sahara), die das Laufen auch zur Bewältigung ihrer Suchtprobleme einsetzten, startete Mike Morton sein Comeback praktisch auf dem Höhepunkt seiner Sucht. Es ist kaum begreifbar, dass er – wie er selbst schreibt – vor seinem Sieg beim Keys Ultra die halbe Nacht durchgetrunken hat. Dass er nach seinem Sieg beim Badwater 135 einen halben Liter Whiskey geleert hat.
Das Outing von Morton scheint aber glücklicherweise der erste Schritt in die richtige Richtung zu sein: Er ist mittlerweile in Behandlung. Und er hat nach seinem Outing eine Welle der Unterstützung aus der Ultrarunning-Community erfahren.
Die Geschichte von Mike Morton macht nachdenklich. Viel zu oft beschäftigen wir uns mit Trainingsplänen, kleinen Wehwehchen, persönlichen Bestzeiten. Und vergessen, dass wir mit echten Menschen den Trail teilen. Mit Menschen, die ihre Geschichte haben - und manche Geschichten sind alles andere als schön. Mit Menschen, die Laufen als Therapie sehen – oder selbst mit Laufen ihre Probleme nicht kompensieren können. Die vielzitierte Trailrunning-Familie ist größer geworden – und damit auch anonymer. Das ist schade. Es liegt an jedem einzelnen, daran etwas zu ändern.





Die Wettkampfsaison steht bevor. Bei vielen der längeren Wettkämpfe ist eine Pflichtausrüstung vorgeschrieben. Diese lässt manchmal Spielraum für Interpretation. Aber selbst wenn es klare Vorgaben gibt, kann das Volumen und Gewicht der entsprechenden Ausrüstungsgegenstände stark variieren.
Ein guter Anlass, einmal zwei Profis zu konsultieren, und zu schauen, wie diese ihre Ausrüstung zusammenstellen.
Da wäre zum einen Andrew Skurka. Andy ist eigentlich Lighthiker. Er hat auf seinen Touren durch die USA, unter anderem bei dem von ihm erstmals begangenen Great Western Loop sein Gepäck radikal optimiert. In seinem Rucksack gibt es nie etwas, was nicht seiner Sicherheit dient. Andy läuft auch. Im Jahr 2008, wenige Monate nachdem er den Great Western Loop vollendet hatte, wurde er Zweiter beim Leadville Trail 100. Und 2017 belegte er Platz 34 bei UTMB. Kurzum: Er weiß, was er tut. Und er hat hier seine Gear List für den UTMB veröffentlicht. Interessant zu sehen: Auch hier spart er radikal Gewicht, z.B. indem er die Schlaufen von den Stöcken abschnippelt. Und wo er glaubt, dass Gear für die jeweilige Wetterbedingung nicht notwendig ist, wohl aber vorgeschrieben ist, scheut er sich nicht, „Dummy“-Gear zu verwenden: Kostengünstig, leicht, nicht funktionell – einfach nur, um den Vorschriften zu genügen.
Dann wäre da Michael Arend. Auch der hat schon einige große Runden hinter sich, bei denen er sich Gedanken machen musste, wie er nur das Nötigste mitnimmt und dennoch den Vorschriften genügt. Er hat im letzten Jahr ein Video mit einer ausführlichen Packanleitung zusammengestellt – sicher an der unteren Grenze der sinnvollen Ausrüstung, vor allem für die Läufer, die einige Stunden länger auf dem Trail unterwegs sind als Michael. Hier muss jeder im Vorfeld das Wetter checken und sich ehrlich fragen, ob – auch bei einer Verletzung oder wenn man nur noch gehen kann – eine so minimale Ausrüstung ausreicht.






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