DAS ZIEL – DIE IDEE – DIE MOTIVATION

von Erik

Mein Ziel ist, den E101 zu laufen.

Also 101 Kilometer und ca. 6700 Höhenmeter. Anzukommen. Und wenn möglich so, daß es, bei allen Anstrengungen, die so ein Lauf mit sich bringt, Spaß macht. Und das Ganze noch in einer möglichst guten Zeit.


Wie kam es zu der Idee, den Eiger Ultra Trail zu machen?


2011 sind wir bei einem Wanderwochenende im Karwendel zufällig auf den Karwendelmarsch aufmerksam geworden. 2012 und 2013 haben Sabine und ich dann teilgenommen. 52 Km bei ca. 2400 HM.

2014 und 2015 sind Sabine, Andrea und Katrin als Frauenteam und mein Sohn Marc und ich als Herrenteam die 35 Km Variante mit ca. 1500 HM gelaufen. Marc war 13 bzw. 14 Jahre alt und beide Male kurz vor der Aufgabe. Er hat sich unglaublich durchgekämpft und z.B. mit 5 Stunden 20 Minuten 2015 eine gigantische Leistung abgeliefert. Meine Tochter Amelie und meine Eltern waren als Zuschauer mit dabei und wir alle haben dann nach dem Rennen zusammen auf der Engalm übernachtet und so das ganze zu einem Eventwochenende werden lassen.

Ein super Erlebnis, ein geniales Event, eine tolle Veranstaltung für alle. Hat riesig Spaß gemacht. Klar also, so etwas wieder erleben zu wollen.

Nach einer Pause 2016 war also nun die Frage: Was machen wir 2017? Eine Option wäre gewesen, den Karwendelmarsch in voller Länge zu machen. Aber eigentlich wollten alle etwas Neues.

Und so kamen wir, nach Begutachtung und ausgiebiger Diskussion diverser Optionen auf den Eiger Ultra. Atemberaubende Landschaft, tolle Strecke, super Orga, hervorragende Reputation und ein anspruchsvoller selektiver Kurs waren für uns das perfekte Gesamtpaket.

Dann die Frage nach der Wettkampfstrecke. Für die Damen war nach 35km und 1500 HM beim Karwendelmarsch 35km mit 2500 HM der logische nächste Schritt.

Ich habe mich, relativ spontan und aus dem Bauch heraus, für den E101 entschieden und uns dann alle angemeldet. Mit etwas Abstand, und nach Reflektion der Eckdaten des E101 war ich mir allerdings nicht mehr ganz so sicher, ob das wirklich eine gute Idee war.

Nach 52km und 2400 HM beim Karwendel mit einer Laufzeit von ca. 5 Stunden 2013 sind 101km, 6700 HM und eine potenzielle Laufzeit von 15 bis 18 Stunden nicht wirklich der logische nächste Schritt.

Zu der Entscheidung bewogen hat mich das Gefühl, mal wieder etwas ganz besonderes machen zu wollen. Eine große Herausforderung suchen und annehmen. Komplett raus aus der Komfortzone. Kein Marathon, bei dem ich weiß, daß ich ihn schaffe, wo es nur um die Zeit geht. Nicht 10 oder 20 Km länger, das kann man abschätzen. Sondern richtig fett. Kaum kalkulierbar. Schwer einzuschätzen. Respekteinflößend. Etwas, das man nicht nebenher macht, sondern das einen fordert, herausfordert und beschäftigt. Ein richtiges Abenteuer halt.

Auf der Geburtstagsfeier unserer Freundin Christina habe ich mich später mit anderen Läufern unterhalten und wurde gefragt, warum wir den Eiger laufen. Meine Erklärung war dann ungefähr wie oben. Auf dem Heimweg kam mir dann in den Sinn, daß die Hauptmotivation eigentlich eine andere ist.

Einfach formuliert: Leben und Glück.

Ann Trason, eine der erfolgreichsten Ultra Trail Läuferinnen aller Zeiten, hat mal sinngemäß gesagt: Ein Ultra Trail Lauf ist wie ein Leben in einem Tag. Sie hat sich dabei auf 100 Meilen bezogen, die sie innerhalb von 24 Stunden laufen will, deshalb "Live in a day", aber das lässt sich sicherlich auf jeden Ultra übertragen (Interview mit Ann Trason).

Also Höhen und Tiefen, Schwierigkeiten und diese zu bewältigen, Glücksmomente und Verzweiflung, weitermachen auch wenn man denkt es geht nicht, Schmerzen und Euphorie, mit sich im Einklang sein. Alles was man an Gefühlen erleben kann in einen Tag gepackt.

Man könnte auch sagen: Leben. Absolut intensiv leben. Und am Ende, wenn man all das hinter sich gebracht hat, wenn man es geschafft hat: Glück!

Jeder, der eine vergleichbare Herausforderung bewältigt und erlebt hat, wie es sich anfühlt, wenn im Ziel das Glück in jede Faser des Körpers zu fließen scheint, weiß, wovon ich spreche. (Manchmal kommt das Gefühl allerdings erst, wenn man wieder aus dem Koma erwacht ist ;-)) Oft hält es tagelang an.

Und natürlich wächst die Stärke des Gefühls mit der Größe der Herausforderung. Leben und Glück. Deshalb E101!

Kommentare

  1. Top! Wünsche dir alles Gute auf dem Weg zum E101. 2013 filmte ich dort für den Besitzer einer Werbeagentur, der mit gelaufen ist. Ausschnitte daraus durfte ich für einen kurzen Film verwenden. Falls es dich interessiert, findest du ihn auf youtube. Es motivierte mich auf jeden Fall so, dass ich ein Jahr später selbst daran teilnahm und mit dem Trailrunning begann. Leider reichte es noch nicht für die ganzen 101 km, aber es war so und so ein Erlebnis. Derzeit bin ich außer Gefecht gesetzt, aber vielleicht geht sich 2018 eine Teilnahme aus. Auf jeden Fall werde ich deinen Weg aufmerksam verfolgen :-)
    LG Jörg

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  2. Hallo Jörg,
    Vielen Dank für deine guten Wünsche. Das freut mich sehr!
    Hoffentlich kannst du bald wieder laufen, vielleicht treffen wir uns dann auf dem Trail.

    Deinen Film schau ich mir auf jeden Fall an.
    Viele Grüße
    Erik

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