TRAILTICKER 04 - 2019


Foto: Lavaredo Ultratrail



Was für ein Aufschrei ging durch die sozialen Medien, als Mitte Juni die Veranstalter des Zugspitz Ultratrail einen Tag vor der Veranstaltung eine Ankündigung machten: Wegen akuter Gefahr von Gewittern mit Starkregen und Hagel am Nachmittag des Wettbewerbs sollten die beiden langen Wettbewerbe verkürzt und gemeinsam mit dem Supertrail gestartet werden. Es war ein regelrechter Shitstorm, der da losbrach. Im Nachhinein behielten die Veranstalter Recht. Das Gewitter, das glücklicherweise etwas später kam als angekündigt, hätte man nicht in den höherliegenden Abschnitten erleben wollen. Und als die ersten Blitze durch den Himmel über Grainau zuckten, waren die letzten Finisher im Ziel. Man musste also am Wettkampftag nicht kurzfristig reagieren, nicht ad hoc die Strecke verkürzen, musste das Rennen nicht abbrechen. Und vor allem: Alle waren heil angekommen.

Zwei Wochen später: Ausgerechnet an dem bislang heißesten Wochenende des Jahres finden jede Menge Sportveranstaltungen statt: Lavaredo Ultratrail, Mont Blanc Marathon, Infinite Trails, Stubai Ultratrail, dazu auch noch Großveranstaltungen wie der Ironman in Frankfurt und der Halbmarathon in Hamburg. In Frankfurt war das prominenteste Opfer die US-amerikanische Triathletin Sarah True, die kurz vor dem Ziel klar in Führung liegend nur noch torkelte und schließlich aus dem Rennen genommen und ärztlich versorgt werden mußte. In Hamburg hatte man deutlich mehr DNFs als sonst, vor allem aber auch hitzebedingte Notfälle. Die Veranstalter hatten zwar kurzfristig zusätzliche Duschen auf der Strecke aufgestellt, waren aber an einigen Verpflegungspunkten schlecht vorbereitet, so dass das Wasser ausging. Und wieder gibt es massenhaft einen Aufschrei in den sozialen Medien.

Was denn nun? Sollte der Veranstalter proaktiv Entscheidungen treffen – auch unangenehme – und Rennen abbrechen oder verkürzen? Oder sollte die Läuferin bzw. der Läufer mehr Selbstverantwortung übernehmen? Kann er/sie das überhaupt?

Interessant finde ich hier den Blick über den großen Teich. Man ist aus den USA meist ausufernde Warnungen vor vor allen möglichen "Gefahren" gewohnt. So wird in Nationalparks an jeder Treppe, die mehr als 20 Stufen hat, gewarnt, dass Herzkranke und Schwangere nur auf eigenes Risiko diese Treppe begehen können. In Flughäfen steht gefühlt vor jeder Säule ein Mitarbeiter, der mit Handzeichen die Passagiere darauf hinweist, dass sie rechts oder links an der Säule vorbeigehen sollen und auf keinen Fall geradeaus (weil das weh tut). Und auf fast jedem Kaffeebecher steht „Caution. May be hot. Sip with care!“. Ausgerechnet in diesem Land scheint man bei Trailrennen keine Pflichtausrüstung zu kennen. Und beim Hardrock 100, wo Gewitter fast garantiert sind, gab es noch nie einen wetterbedingten Rennabbruch. In Podcasts und auf Blogs macht man sich darüber lustig, dass es in good old Europe bei fast allen Rennen ein „mandatory kit“ gibt. Dass man dort für alles mögliche Vorschriften gemacht bekommt.

Diese Diskrepanz ist zum Teil auf Unterschiede im Haftungsrecht und bei den Versicherungen zurückzuführen. Aber die Frage ist: Haben bei Wettkämpfen die Regulierungswut hier und das Laissez-faire dort Auswirkungen auf die Selbstverantwortung der Läufer?

Nach Zwischenfällen, wie z.B. nach den Todesfällen beim Zugspitz Extremberglauf, wird häufig nach der Verantwortung des Veranstalters gefragt – und genau dann nach mehr Regulierung gerufen. Die Rucksackkontrollen, die wir mittlerweile bei vielen Trailläufen erleben und die an die Grenzkontrollen der früheren DDR erinnern, sind zum Teil eine Konsequenz der Tatsache, dass es bei den genannten Zwischenfällen die Läufer waren, die ihre Eigenverantwortung nicht wahrgenommen haben. Und Pflichtausrüstung zusammen mit den entsprechenden Kontrollen führen zwar dazu, dass seitdem die großen Katastrophen ausgeblieben sind, nicht aber zu einer verstärkten Eigenverantwortung. Im Gegenteil: Der Veranstalter muss es ja wissen, also mache ich genau das, was er sagt. Auch wenn es sich um eine untere Grenze handelt, die der Veranstalter angibt. Wenn beispielsweise Veranstalter schreiben, dass für eine bestimmte Strecke ein minimales Wasserreservoir von 1 Liter mitzuführen ist, dann halten sich viele sklavisch daran. Ohne sich zu fragen, wie lang denn das längste Stück zwischen zwei Verpflegungspunkten ist, welcher Höhenunterschied dabei zurückzulegen ist und welche Bedingungen (z.B. direkte Sonneneinstrahlung, Tageszeit) dort herrschen, wenn man dort vorbeikommt. Wenn man selbst zu den Langsamen im Feld gehört, kann man seinen eigenen Flüssigkeitsbedarf kaum mit dem der schnellsten Läufer vergleichen, die für diesen Streckenabschnitt vielleicht 1 ½ Stunden brauchen und an dieser Stelle am frühen Morgen vorbeikommen, wenn die Temperaturen erträglich sind. Denn als langsamer Läufer braucht man oft ein Vielfaches an Wasser, weil man sehr viel mehr Zeit bis zum nächsten Verpflegungspunkt braucht und erst in der Mittagshitze den entsprechenden Streckenabschnitt bewältigen muss.

Es gibt einige Anleitungen im Netz, die zeigen, wie man sein Pflichtgepäck minimieren kann, so dass es zwar noch dem Buchstaben, nicht aber dem Geist der Bestimmungen genügt. Das mag für schnelle und erfahrene Läufer o.k. sein. Sie kommen entweder schnell genug durch, oder sie geben rechtzeitig auf. Aber wie sagt der Lateiner? Quod licet Iovi, non licet bovi. Was dem Gott erlaubt ist, ist dem Rind nicht erlaubt. Übertragen: Was der Eliteläufer weglassen kann, bricht dem langsamen Läufer gegebenenfalls das Genick. Je definierter und ausformulierter aber die Bestimmungen, umso mehr versuchen Durchschnittsläufer, es der Elite gleichzutun und sich nur an den Buchstaben, nicht aber an den Geist der Bestimmungen zu halten.

Es gibt andere Veranstaltungen, die es bei der Pflichtausrüstung sehr minimalistisch halten – und darüber hinaus an die Eigenverantwortung der Läufer appellieren. Das halte ich eigentlich für die bessere Variante. Denn dann sind die Läufer gezwungen, sich mehr mit der Materie auseinandersetzen und können bzw. müssen selbst entscheiden, ob bestimmte Richtlinien für sie sinnvoll und anwendbar sind.

Eine richtige Entscheidung erfordert Erfahrung und/oder Wissen. Am besten beides. In der englischen Sprache gibt es den schönen Begriff des „educated guess“ – bei uns oft übersetzt mit „begründeter Vermutung“. In Wirklichkeit steckt viel mehr dahinter. Nämlich Bildung, sei es durch Aneignung von Wissen oder durch selbst gemachte Erfahrung. Beides kann dann in eine Vermutung und hierüber in die Entscheidung einfließen. Hier freue ich mich immer, wenn Veranstalter die Läufer „fortbilden“: Sie auf neuralgische Punkte hinweisen, Vorschläge zur Ausrüstung und zu den mitgeführten Wasservorräten machen, darauf hinweisen, wie man sich am besten bei bestimmten Wetterlagen verhält etc.

Anstatt die Selbstverantwortung bei der Anmeldung oder der Rucksackkontrolle abzugeben, sollte sich jeder nochmal klarmachen:

(1) Egal wie lang die Strecke, egal welches Gelände: Wir betreiben Freiluftsport! Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeine höhere Gewalt zum Tragen kommt, sehr viel höher als bei einer Indoor-Sportart. Der Veranstalter hat eine gewisse Sorgfaltspflicht und daher ist es nicht zielführend, wenn sich bei unpopulären Entscheidungen des Veranstalters plötzlich alle selbsternannten Wetterexperten aufregen.

(2) Man sollte sich im Vorhinein darüber im Klaren sein, unter welchen (auch gesundheitlichen) Voraussetzungen man startet, wie man sich ggf. an die äußeren Bedingungen anpasst (Tempo, Kleidung, mitgeführte Flüssigkeitsmenge, mitgeführte Ausrüstungsgegenstände) und unter welchen Bedingungen man das Rennen nicht mehr fortführt. In der „Hitze des Gefechts“ trifft man oft die falsche Entscheidung, neigt zur Verlustaversion. Hier lohnt sich ein Blick ins Höhenbergsteigen, wo es z.B. definierte Umkehrzeiten für bestimmte Gipfelbesteigungen gibt …

(3) Für die meisten von uns ist es doch einfach „nur“ Sport. Eine Freizeitbeschäftigung, die wir gerne machen. Unser Leben hängt nicht davon ab, ob wir starten oder finishen können oder die Strecke ggf. verkürzt wird. Ein DNS oder DNF tut zwar weh, aber er ist nicht das Ende der Welt. Dagegen können die Folgen davon, nicht rechtzeitig die Notbremse zu ziehen, verheerend sein.

In diesem Sinne: Immer schön locker bleiben …









Bei der Vielzahl an Rennen ist es nicht nur für die Läufer schwierig, sich die besten Rennen auszusuchen, man kann auch nicht über alle Rennen berichten … vor allem nicht in der Hochsaison. Am zweiten und vierten Juniwochenende knubbelten sich die Highlights wie selten zuvor. Daher hier eine (subjektive) Auswahl der interessantesten Rennen.



Zugspitz Ultratrail (15.06.2019, Grainau, Deutschland)

Beim größten Trailrunning-Event Deutschlands herrschte in diesem Jahr schon im Vorfeld große Hektik. Zunächst mussten die Strecken wegen des immer noch in den höheren Lagen vorhandenen Schnees modifiziert werden. Und dann verschlechterte sich die Wettervorhersage – schon ab Nachmittag waren kräftige Gewitter angekündigt – so dass sich die Organisatoren entschlossen, den Ultratrail und Supertrail XL auf die Supertrail-Distanz zu verkürzen. Was beim Supertrail das Teilnehmerfeld umso kompetitiver machte. Und so bestimmten die Läufer und Läuferinnen den Supertrail, die eigentlich für den Ultratrail gemeldet hatten. Florian Reichert machte von Anfang an Tempo, konnte über das Scharnitzjoch eine kleine Lücke reißen – doch die lief Dylan Bowman (USA) im Leutaschtal wieder zu. Aber Bowman musste nach etwa der Hälfte der Strecke abreißen lassen – die 12-wöchige Trainingspause wegen einer Knöchelverletzung machte sich bemerkbar. Im langen Anstieg zur Hochalm wurde er von Tofol Castaner (ESP), dem Titelverteidiger, eingeholt, der zwar auf Reichert nicht weiter verlor, ihn aber bis in’s Ziel in Grainau nicht mehr einholen konnte. So siegte schließlich Reichert mit sensationell schneller Zeit von 6:04:59 – sechs Minuten vor Castaner. Der Pole Marcin Swierc schob sich auf dem Jägersteig noch an Dylan Bowman vorbei und landete auf Platz 3.

Bei den Damen machten Magdalena Laczak (POL), die in diesem Jahr schon den Transgrancanaria gewonnen hat, und Simone Schwarz, frisch zurück von den Trailrunning World Championships, am Anfang das Rennen und liefen dicht hintereinander über das Scharnitzjoch. Doch kaum in der Ebene zurück, zündete Magdalena Laczak den Turbo und setzte sich ab. Der lange, wellige Abschnitt durch das Leutaschtal, an Lautersee, Ferchensee und Elmau vorbei bis zur Partnachalm war dagegen das Profil, das wie gemacht war für Juliane Totzke, die diesjährige Siegerin auf dem Rennsteig. Sie überholte Simone Schwarz und lief zwischenzeitlich einen Abstand von über 10 Minuten auf sie heraus, bevor Simone Schwarz im langen Anstieg zum Osterfelder Kopf wieder auf Juliane Totzke aufschließen konnte und schließlich im Downhill ihr Können ausspielte. So ging am Schluss der Sieg an die souveräne Magdalena Laczak (7:29:29) vor Simone Schwarz (7:44:51) und Juliane Totzke (7:50:20).

Den Basetrail XL gewannen der Wahlheidelberger Pierre-Emanuel Alexandre (3:34:09) und die – inzwischen ehemalige – Biathletin Laura Dahlmeier (4:15:38), die 2018 auf dem Supertrail Dritte geworden war.

Und beim Basetrail war sowohl bei den Damen als auch bei den Herren das Rennen um die Plätze 1 und 2 sehr spannend: Die Ungarin Timea Horvath setzte sich von Susi Lell ab – auch sie war noch zwei Wochen zuvor bei den Trailrunning World Championships und hat in diesem Jahr schon den Mountainman in Nesselwang und den Stuibentrail gewonnen. Bis zum höchsten Punkt der Strecke am Osterfelder Kopf hatte Horvath gut 8 Minuten Vorsprung herausgelaufen, bevor Susi Lell dann auf dem Downhill nochmal aufholen konnte. Ganz reichte es dennoch nicht, und so wurde Susi Lell 4 ½ Minuten hinter Horvath Zweite – mit deutlichem Abstand zu den Verfolgerinnen. Bei den Männern lieferten sich Martin Mattle (AUT) und Sebastian Hallmann einen engen Zweikampf – vor allem beim Aufstieg. Im Downhill konnte sich Hallmann dann absetzen und siegte mit 4 Minuten Vorsprung vor Mattle.

Ergebnisse Supertrail
Männer
  1. Florian Reichert (GER) 6:04:59
  2. Tofol Castaner (ESP) 6:10:54
  3. Marcin Swierc (POL) 6:13:07
Frauen
  1. Magda Laczak (POL) 7:29:29
  2. Simone Schwarz (GER) 7:44:51
  3. Juliane Totzke (GER) 7:50:20

Die vollständigen Ergebnisse findet Ihr hier.




Western States Endurance Run (29./30.07.2019, Squaw Valley/Auburn, CA, USA)

Ein Rennen – und so viele Stories. Ob an der Spitze, beim Back of the Pack oder am Rand der Strecke – hier werden immer wieder interessante Geschichten geschrieben.

Besondere Aufmerksamkeit lag in diesem Jahr natürlich auf den „returning Champions“ – Courtney Dauwalter und Jim Walmsley. Wenn alles klar laufen würde, dann könnte erstmals seit 2003 (!) sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Vorjahressieger gewinnen. Von diesen beiden war eigentlich Courtney Dauwalter fast schon gesetzt – so hoch ihre Konstanz und so niedrig ihre DNF-Quote. Doch dann sollte es ganz anders kommen …

Was auch ganz anders kam als erwartet, war das Wetter. Im Winter war so viel Schnee gefallen, dass man zunächst fest davon ausging, dass es auf den „Snow course“ als Alternativstrecke hinauslaufen würde. Doch der Schnee taute ab Mai schnell weg, und so führte die Normalroute zwar noch über Schneefelder, war aber passierbar. Allerdings würde man wegen des Tauwetter-bedingten hohen Pegels in der Middle Fork des American River bei der Rucky Chucky River Crossing Boote verwenden müssen. Dann kam die Wettkampfwoche – und von Alaska näherte sich ein Wettersystem, das untypisch kalte Temperaturen brachte. Letztlich war 2019 tatsächlich nach den Jahren 2012, 2005 und 1991 das viertkälteste Jahr. Schon wurde im Vorfeld spekuliert, ob die Rekorde nur so purzeln würden … oder ob sich in der Hoffnung auf Rekorde die Spitzenläufer so sehr übernehmen, dass ein „Favoritensterben“ einsetzen würde.

Wie in jedem Jahr liefen ein paar Heißsporne den initialen Anstieg so schnell hoch, als gäbe es dort eine Bergwertung zu gewinnen. Doch sie fielen schnell zurück (z.B. Hallvard Schjolberg) oder stiegen letztlich aus (z.B. Camille Herron). Bei Meile 30 (Robinson Flat) hatte sich das Feld sortiert: Bei den Frauen führte Courtney Dauwalter vor Clare Gallagher, Brittany Peterson, Amanda Basham und Kaci Lickteig, bei den Männern lag Jim Walmsley vorn, dahinter Jared Hazen, der Brite Tom Evans, Matt Daniels und Stephen Kersh. Und die beiden Führenden lagen auf Streckenrekordkurs!
Das gleiche Bild – zumindest an der Spitze – sah man in Devils Thumb (Meile 48) und Forest Hill (Meile 62). Man stellte sich fast schon darauf ein, dass nichts mehr passieren würde, so klar schien die Sache.

Doch dann, auf der Cal Street hinunter zum American River, wurde der Schritt von Courtney Dauwalter unrund. Schon bei Rucky Chucky blieb sie lange in der Aid Station, der Vorsprung von 38 Minuten auf Clare Gallagher waren zu 12 Minuten zusammengeschmolzen. Und der verbleibende Vorsprung schrumpfte beim Aufstieg nach Green Gate weiter, da Courtney nur noch humpelte. Irgendwie hatte die Hüfte dichtgemacht, es bestand keine Chance mehr, das Rennen fortzusetzen. DNF.

Das eröffnete die Chance für Clare Gallagher, die sie auch sofort ergriff und sich an die Spitze setzte. Nur konnte auch sie sich nicht ausruhen, denn hinter ihr folgte in 10 Minuten Abstand Brittany Peterson, dicht gefolgt von Kaci Lickteig und der Zweiten des Vorjahrs, Kaytlyn Gerbin. Und Brittany Peterson wollte es wissen – sie machte Minute um Minute auf Clare Gallagher gut. Kurz vor der Pointed Rock Aid Station (Meile 94) sah Peterson den Schein der Stirnlampen von Gallagher und ihrem Pacer vor sich. Sie und ihr Pacer schalteten ihre Lichter aus und pirschten sich von hinten an die Führende heran. Als sie auf Gallagher aufschloss, war diese nicht bereit, das Rennen verloren zu geben. Flashback! Vor zwei Jahren hatte sie, auf Platz 3 liegend, genau in diesem Streckenabschnitt aufgeben müssen. Damit war klar: Es würde eine Kampfentscheidung zwischen Peterson und Gallagher auf den letzten 6 Meilen geben. Und Gallagher war nicht bereit, den Sieg herzuschenken. Sie kämpfte. Auf den letzten 2km zwischen Robie Point und dem Ziel an der Placer High School lief sie nicht nur den schnellsten Split aller Frauen, sondern war auch schneller als die Top 5 bei den Männern. Großartig! In einer Zeit von 17:23:25 erreichte sie das Ziel in Auburn als Siegerin – in der zweitschnellsten Zeit, die jemals eine Frau gelaufen ist. Elf Minuten später erschien Brittany Peterson im Stadium der Placer High School in Auburn, weitere 21 Minuten später kam Kaci Lickteig ins Ziel. Beth Pascall wurde in 18:06:51 Vierte – damit beste Europäerin … und die einzige Europäerin in den Top 10. Die anderen schnellen Damen aus Europa belegten Platz 11 (Lucia Buehler, SUI), 12 (Cecilia Flori, ITA) und 17 (Francesca Canepa). Interessant ist auch, dass von den besten drei des letzten Jahres keine ihren Erfolg wiederholen konnte: Courtney Dauwalter war bekanntlich ein DNF, Kaytlyn Gerbin (Platz 2 im Vorjahr) wurde Sechste und Lucy Bartholomew (2018 Platz 3) landete auf Platz 15.

Während es bei den Frauen auf der zweiten Streckenhälfte recht spannend zuging, konnte man das Rennen der schnellsten Männer beschreiben mit: verdammt schnell! Anders als bei den Frauen gab es aber ab Rucky Chucky bei den Top 7 der Männer keine Positionswechsel mehr, und das, obwohl die Zeitabstände gar nicht so groß waren. Jim Walmsley trat nochmal aufs Gaspedal und gewann den Western States in 14:09:28 – das ist über 20 Minuten schneller als sein eigener Rekord aus 2018. Aber auch Jared Hazen unterbot diesen Rekord und erreichte das Ziel in 14:26:46. Und der Brite Tom Evans blieb mit 14:59:44 unter der 15-Stunden Marke. Ergebnis: Bislang wurde die 15-Stunden Marke nur achtmal unterboten – davon dreimal in diesem Jahr. Nie war ein Rennen schneller …

Spannung und Positionswechsel gab es dagegen auf den Plätzen 8-10. Hier wurde regelrecht um die begehrten Top 10 gesprintet: Ryan Sandes (RSA) und Eric Senseman (USA), beide an der Rucky Chucky River Crossing noch unter den Top 10, wurden noch eingeholt – von Patrick Reagan (Platz 8) und Jeff Browning (Platz 9). So blieb Ryan Sandes der undankbare erste Platz außerhalb der Top 10. Nicht besser erging es Chris Mocko (Platz 12). Und auch der sonst so zuverlässig laufende Ian Sharman (Platz 15, 16:54:14) erreichte sein Ziel nicht, als erster Läufer in Folge zehn Top 10-Plätze zu erreichen. Diese Serie ist ausgerechnet in seinem zehnten Western States gerissen. Aber er konnte sich mit einem anderen Rekord trösten: Er lief seine 10 Western States Rennen in einer Gesamtzeit von weniger als sieben Tagen – schneller als jeder und jede andere zuvor. Und im nächsten Jahr, wo er nun keinen automatischen Startplatz mehr hat, will er sich ganz auf den Comrades Marathon konzentrieren. Er hat also schon einen Plan …



Was war die größte Überraschung dieses Rennens? Neben dem Ausscheiden von Courtney Dauwalter war das für mich das hervorragende Abschneiden der jungen Läufer, die von den kürzeren, schnelleren Disziplinen kommen. In den Jahren vorher haben sich solche Läufer sehr schwer getan – beispielsweise Cameron Clayton, Sage Canaday oder Tim Freriks. In diesem Jahr gelang den „fast guns“ Matt Daniels (Platz 4) und  Patrick Reagan (Platz 8) ein hervorragendes Rennen.

Die Gewinner und Streckenrekorde sind eine Sache. Eine ganz andere Sache ist das Abschneiden der vielen anderen Läufer, die nicht so sehr im Fokus stehen.

Fangen wir mal an mit den Läufern aus Deutschland: Markus Meinke war einer von vier deutschen Teilnehmern. Dass er überhaupt dabei war, war schon gegen die Statistik: Er hatte nur ein Los in der Trommel – und er wurde gezogen. Und dann hat er den Western States gerockt: Mit 19:33:29 erreichte er Platz 23 (Overall: 32). Und vor allem: Es gibt nur einen deutschen Läufer, der schneller war als er: Bernd Leupold, der in den Jahren 1984/86/89/90 eine schnellere Zeit lief als Markus in diesem Jahr. Florian Neuschwander, jetzt auf Platz 3 der schnellsten Deutschen beim Western States, ist im Vorjahr 20:22:04 gelaufen.

Dann war da der 2000-Mile Buckle: Scotty Mills wollte es mit seinen 68 Jahren nochmal wissen und trat zum 20. Mal in Squaw Valley an. Und er schaffte es: In 26:08:46 finishte er sein Rennen und damit seinen zwanzigsten Western States.

Trotz der relativ niedrigen Temperaturen gab es jede Menge prominenter DNFs – und ein DNF betraf einen Läufer, der 2004 schon mal Zweiter war: Dave Mackey. Der ist seit seiner Amputation allerdings als Blade Runner unterwegs. Bei Meile 90 war für ihn in diesem Jahr leider Schluss.

Aber auch andere Prominente Läufer kamen nicht bis nach Auburn. Den ersten DNF kassierte – nicht ganz unerwartet – Camille Herron in Michigan Bluff (Meile 55). Dann Courtney Dauwalter in Green Gate (Meile 80). Weitere prominente DNFs: Amanda Basham, die Vierte des letzten Jahres (Forrest Hill, Meile 62), Yiou Wang (Cal-1, Meile 66), Jordi Gamito (Rucky Chucky, Meile 78) und Eric Senseman (ALT, Meile 85).

Andere kamen fast unerwartet zu einem Start - und zum Finish. So der US-Amerikaner Clint Johnson, der drei Tage vor dem Western States ganz oben auf der Warteliste stand. Er fuhr "auf Verdacht" nach Squaw Valley … schließlich gibt es manchmal auch kurz vor dem Rennen noch eine Absage. Und tatsächlich: Tammy Massie, die 47-Jährige Läuferin aus Maryland, die bislang schon über 170 Ultrarennen absolviert hat, erkrankt an Bronchitis. Sie gab ihren Startplatz zurück und machte Clint Johnson damit glücklich. Doch damit nicht genug: An der Aid Station Pointed Rocks, 7 Meilen vor dem Ziel, wartete Tammy auf Clint und begleitete ihn bis ins Ziel. Solche Geschichten gibt es eben nur beim Western States …

Auch immer wieder sehenswert: Die „Golden Hour“, die Stunde vor dem Cutoff. Zum einen kommen da mehr Läufer ins Ziel als zu jeder anderen Stunde. Zum anderen gibt es zum Ende dieser Golden Hour immer die großen Dramen: Schaffen die Läufer oder Läuferinnen, die von Robie Point – 1,3 Meilen vorm Ziel – angekündigt werden, noch den Cutoff von 30 Stunden? In diesem Jahr kam eine Läuferin und ein Läufer innerhalb der der letzten Minute ins Ziel – Heather McGrath 59 Sekunden, Lane Shimonishi 22 Sekunden vor dem Zielschluss.

Abschließend noch ein paar statistische Daten: Es waren 369 Läuferinnen und Läufer am Start (23,6% Frauen), insgesamt kamen 50 nicht ins Ziel (13,6% DNF Quote – bis auf die Anfangsjahre 1974 und 1976 deutlich niedrigste DNF Quote, hiervon 44% Frauen und 56% Männer).

Ergebnisse
Frauen
  1. Clare Gallagher (USA) 17:23:25
  2. Brittany Peterson (USA) 17:34:29
  3. Kaci Lickteig (USA) 17:55:55
Männer
  1. Jim Walmsley (USA) 14:09:28
  2. Jared Hazen (USA) 14:26:46
  3. Tom Evans (GBR) 14:59:44
Die vollständigen Ergebnisse findet Ihr hier.





RENNSCHNIPSEL

Madeira Skyrace (01.06.2019, Madeira, Portugal)
Wann konnten wir schon mal einen Sieg für eine Athletin oder einen Athleten aus Deutschland bei der Skyrunner World Series oder einer anderen großen Trail- und Ultrarunning-Series vermelden? Richtig. Bislang noch nicht. Aber jetzt: Die deutsche Berg-, Trail- und Skyläuferin Maria Koller hat das Madeira Skyrace gewonnen! Sie besiegte auf einem technisch sehr anspruchsvollen Kurs die Russin Ekaterina Mityaeva (RUS) und die Spanierin Ester Casajuana. Das Beste dabei: Es war ein beeindruckender Start-Ziel Sieg. Und noch eine weitere erfreuliche Nachricht: Bei den Herren wurde Hannes Namberger Vierter hinter dem Sieger Pere Aurell (ESP), Benat Marmissolle (FRA) und Daniel Jung (ITA). Namberger gelang dieser vierte Platz drei Wochen nach seinem 10. Platz beim Transvulcania. Das lässt für die Saison hoffen ... Da die Top 5 der Skyrunning-Gesamtwertung mit Abwesenheit glänzten – sie waren entweder bei der Golden Trail Series in Zegama aktiv oder ruhten sich aus für die Trailrunning World Championships in Portugal – tat sich in der Gesamtwertung nicht viel. Ausnahme: Hannes Namberger, der sich aufgrund seines Erfolgs auf den 6. Platz vorschob! Und Ekaterina Mityaeva machte einen Sprung vom sechsten auf den vierten Platz.
Ergebnisse hier.




Zegama-Aizkorri (02.06.2019, Zegama, Spanien)
Es ist ein echter Klassiker – seit 2002 gibt es den Zegama schon. Eine Bergmarathonstrecke im Baskenland, die nicht jedem liegt. Denn zwischen sehr steilen Anstiegen und Downhills gibt es kilometerlange flache „Überführungsstrecken“. Das ein solcher Kurs nichts für ausgesprochene Skyrunner ist, musste zum Beispiel die US-Amerikanerin Megan Kimmel lernen, die letztendlich den 10. Platz belegte – so weit hinten ist sie selten. Aber dann gibt es einen, für den diese Strecke maßgeschneidert ist: Kilian Jornet. Zwischen 2007 und 2018 hat er bei neun Teilnahmen achtmal gewonnen. Als klar war, dass er auch in diesem Jahr dabei sein würde, war die Frage nicht mehr, ob er gewinnen wird, sondern nur noch, ob er den Streckenrekord von Stian Angermund-Vik aus dem Jahr 2017 brechen kann: 3:45:08. Aber dann wurde es doch nicht ganz so leicht. Denn Anfangs lieferte sich der Bergläufer Andy Wacker (USA) mit Kilian Jornet ein spannendes Rennen. Doch dann musste auch Wacker einsehen, dass es nicht sein Kurs bzw. nicht sein Tag war. Er kam schließlich auf Platz 9 ins Ziel. Vorjahressieger Remi Bonnet (SUI) musste nach gut der Hälfte der Strecke mit Krämpfen aufgeben. Sehr viel geduldiger und glücklicher war der Pole Bartlomiej Przedwojewski. Komplizierter Name, aber es lohnt sich, ihn sich zu merken. Denn er war im letzten Jahr Dritter beim Zegama-Aizkorri und Sieger beim Golden-Trail-Finale in Südafrika. Er startete verhalten, schaffte es aber, seinen 4-minütigen Rückstand auf Kilian Jornet nicht weiter anwachsen zu lassen – und landete schließlich auf Platz 2. Dritter wurde Thibaut Barionian (FRA) – im letzten Jahr war er noch Siebter. Florian Reichert wurde – wie beim Transvulcania – bester Deutscher und landete mit 23 Minuten Rückstand auf Jornet auf Platz 15. Übrigens: Jornet verfehlte den Streckenrekord deutlich ...
Auch bei den Frauen wird man sich in Zukunft einen neuen Namen merken müssen: Eli Anne Dvergsdahl. Die Norwegerin war eigentlich im Fußball zu Hause, bevor sie mit dem Berglauf anfing. Vor dem Zegama war sie immer nur auf Unterdistanzen unterwegs – ihr längstes Rennen vorher waren 26km. Nun könnte man sagen, dass einige Top-Läuferinnen fehlten, wie z.B. Ragna Debats, Ruth Croft und Sheila Aviles. Sie alle wollten in der Woche darauf bei der Trailrunning WM in Portugal starten und sich daher für Zegama einen Ruhetag verordnet. Und dennoch: Die Zeit von Dvergsdahl war nur gut 1 ½ Minuten langsamer als der Streckenrekord von Maite Maiora aus dem Jahr 2017 und die zweitschnellste Zeit, die in Zegama jemals von einer Frau gelaufen wurde. Deutlich dahinter – im Ziel mit über 10 Minuten Rückstand, kamen Elisa Desco (ITA) und Amandine Ferrato (FRA) ins Ziel – und zwar in einem Abstand von nur 8 Sekunden! Ferrato hatte sich mit Desco einen stetigen Zweikampf geliefert und hatte kurz vorm Ziel sogar eine Minute Vorsprung, den sie aber auf den letzten Kilometern doch noch verlor.
Ergebnisse hier




Keufelskopf Ultratrail (08.06.2019, Reichweiler, Deutschland).
Beim Keufelskopf Ultratrail veranstaltete man in diesem Jahr auf der Langstrecke die Deutschen Meisterschaften im Ultratrail. Aber da zeitgleich die Trail World Championships in Portugal stattfanden, war nur ein Teil der deutschen Trail- und Ultrarunner-Elite vor Ort. Was allerdings einem spannenden Wettkampf keinen Abbruch tat. Der Keufelskopf ist – wenn er auch an absoluter Höhe wenig zu bieten hat – ein sehr schwieriger Lauf und weist auf seinen 78km rund 3000 Höhenmeter auf. Und gerade in diesem schwierigen Gelände setzte sich André Collet durch, der sonst eher von flachen Ultratrails bekannt ist. Er siegte in 7:16:29 vor dem Sieger des Vorjahres, Max Kirschbaum (7:24:22) und Martin Ahlburg (7:26:09) … auch dieser ist sonst auf den flacheren Ultras zu Hause. Bei den Damen gelang Pia Winkelblech die Titelverteidigung (8:37:15) vor Annette Müller (9:07:33). Sie hatte auch bei den letzten DM den zweiten Platz belegt. Knapp dahinter wurde Pamela Veith in 9:11:38 Dritte.
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ITRA Trail World Championship (08.06.2019, Miranda do Corvo, Portugal)
In diesem Jahr war die Strecke deutlich kürzer (44km), steiler und auf technischerem Terrain als im vergangenen Jahr, so dass es nicht wunderte, dass sich andere Läufertypen durchsetzten – nämlich diejenigen, die man von den langen Berglaufstrecken, aus dem Skyrunning oder der Golden Trail Series kennt. Überraschend war allerdings der DNF von Ragna Debats – denn die Streckenlänge und das Profil hätte ihr eigentlich liegen müssen. Stattdessen setzte sich die Französin Blandine l’Hirondel durch – und wie! Die Französin, die bislang praktisch ausschließlich bei nationalen Events unterwegs war, siegte in 4:06:15 mit 8 Minuten Vorsprung vor Ruth Croft (NZL, 4:14:27) und Sheila Alviles (ESP, 4:15:03). Bei den Männern wurde Jonathan Albon (GBR) seiner Favoritenrolle gerecht und siegte in 3:35:34 vor dem Franzosen Julien Rancon (3:37:47) und dem Schweizer Christian Mathys (3:40:34), der lange Zeit das Rennen angeführt hatte. Insgesamt war es der Tag der Franzosen. Sie gewannen die Mannschaftswertung sowohl bei den Frauen (Platz 2: Spanien, Platz 3: Rumänien) als auch bei den Männern (Platz 2: Großbritannien, Platz 3: Spanien). Keine Chance auf die Top 10 hatten die Deutschen. Alexander Dautel auf Platz 81 war bester Deutscher. Es folgten Matthias Baur (95.), Frank Merrbach (127.) und Lukas Naegele (139.). Bei den Frauen schnitt Kerstin Engelman-Pilger auf Platz 36 am besten ab, Simone Schwarz kam auf Platz 50, Alexandra Hagspiel auf Platz 97 und Susi Lell auf Platz 123.
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Comrades Marathon (09.06.2019, Durban, Südafrika)
Nein, der Comrades ist kein Trailrennen, aber dennoch ist er eine Erwähnung wert, da es einen bemerkenswerten Streckenrekord gab: Die Südafrikanerin Gerda Steyn gewann in 5:58:53 und verbesserte damit den bisherigen Rekord (Elena Nurgalieva, 6:09:24) um mehr als 10 Minuten. Steyn, die in den letzten beiden Jahren auch den Two Oceans Marathon in Kapstadt gewonnen hatte, war rund 20 Minuten vor der Zweiten, der Russin Alexandra Morozova, im Ziel. Dritte wurde die Irin Caitriona Jennings. Camille Herron, die 2017 den up-run in 6:25:55 gewonnen hatte, musste wie schon beim Lake Sonoma mit muskulären Problemen 35 km vor dem Ziel aufhören. Bei den Männern siegte nach einem spannenden und abwechslungsreichen Rennen der Südafrikaner Edward Mothibi in in 5:31:33. Zweiter wurde der Sieger von 2017 und 2018, Bongmusa Mthembu, mit nur 25 Sekunden Rückstand. Große Überraschung war das Abschneiden des Japaners Nao Kazami. Er wurde mit 5:39:16 Dritter.
Ergebnisse hier.




Ebbser Koasamarsch (15.06.2019, Ebbs, Österreich)
Der Ebbser Koasamarsch fand in diesem Jahr zum 50. mal statt. Zu diesem runden Jubiläum hatten sich die Veranstalter was Besonderes ausgedacht und einen Jubiläums-Ultra auf den Streckenplan genommen. Bei diesem 52km langen Lauf lieferten sich Benni Bublak und Moritz auf der Heide einen harten Zweikampf, den schließlich Moritz auf der Heide in 6:19:25 gewinnen konnte. Benni Bublak hatte im Ziel gerade mal 5 1/2 Minuten Rückstand. Für Moritz auf der Heide ein perfektes Comeback-Race. Bei den Frauen setzte sich Marie-Luise Mühlhuber (AUT) deutlich vor dem restlichen Feld durch.
Ergebnisse hier.




Scenic Trail (15.06.2019, Tesserete, Schweiz)
Der an der Alpensüdseite ausgetragene Scenic Trail hatte wie die am gleichen Wochenende an der Alpennordseite ausgetragenen Rennen mit Wetterkapriolen zu kämpfen - wegen Gewittern musste der Start um eine Stunde verschoben werden. Auf der Langstrecke (K113) siegten - wie im Vorjahr - Walter Manser (SUI) sowie Denise Zimmermann (SUI) deutlich vor der Konkurrenz.
Ergebnisse hier.


Mozart 100 (15./16.06.2019, Salzburg, Österreich)
Pau Capell gegen Andris Ronimoiss - da würde man von der Papierform sagen: Ganz klar, Pau Capell gewinnt. Aber ganz so leicht machte es Ronimoiss dem Spanier nicht. Anfangs setzte er sich sogar an die Spitze, und selbst als Capell ihn kurz vorm Schafberg einholte, ließ er nicht nach. Pau Capell musste für seinen Sieg ordentlich kämpfen. Im Ziel betrug sein Vorsprung vor Ronimoiss gerade mal 10 Minuten. Dritter wurde Gerald Fister (AUT); bester Deutscher war Matthias Krah auf Platz 6. Bei den Damen konnte Sally McRae – einigen bekannt vom Film „Western Time“ von Billy Yang – das Rennen in 14:38:49 für sich entscheiden. Allerdings nur knapp, denn der Vorsprung auf die Zweite, Aysen Solak (TUR, 14:42:26), betrug weniger als vier Minuten. Auch die Schwedin Colette Coumans (14:49:11) war nur knapp dahinter. Ein ausgesprochen spannendes Rennen!
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Livigno Skymarathon (15.06.2019, Livigno, Italien)
Der Livigno Skymarathon ist das zweite von vier Super Skyraces in der Skyrunner World Series, bringt also mehr Punkte. Auch bei diesem Rennen musste die Streckenführung aufgrund des Schnees in den Hochlagen verändert werden. Doch auch diese Alternativroute war steil, technisch und führte teilweise entlang schneebedeckter Grate. Der Japaner Ruy Ueda setzte sich gleich zu Beginn an die Spitze – und er hielt die Führung während der drei Anstiege und darauffolgenden Downhills bis ins Ziel. Mit jeweils zwei Minuten Abstand folgten Daniel Antolioli (ITA) und Oriol Cardona (ESP). Wieder zwei Minuten später kamen Luis Alberto Hernando (ESP) und Zaid Ait Malek (ESP) ins Ziel. Bei den Damen lieferten sich Sheila Aviles (ESP) und Elisa Desco ein enges und abwechslungsreiches Rennen. Erst im finalen Downhill konnte sich Aviles absetzen und gewann mit vier Minuten Vorsprung vor Desco und sechs Minuten vor Gisela Carrion (ESP). Holly Page (GBR) wurde in ihrem ersten Skyrace nach ihrer langen Verletzung hinter Oihana Azkorbebeitia (ESP) Fünfte.
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Bienwald Backyard Ultra (21.-23.06.2019, Kandel, Deutschland) 
Das Konzept der Backyard Ultras lebt davon, dass mindestens zwei starke LäuferInnen im Feld sind. Und dass sie die den Durchhaltewillen aufbringen, zu jeder vollen Stunde wieder an der Startlinie zu stehen und sich auf den 6,706 km langen Kurs zu begeben. Im Fall des Bienwald Backyard Ultra hatten 23 Läufer gemeldet – angetreten sind dann 18. Bis Runde 11 hielten alle durch, danach stiegen immer wieder Läufer aus. Bis Harald Menzel und Andreas Löffler übrigblieben. Nachdem sich die anderen Teilnehmer schon „verabschiedet“ hatten, waren sie 20 Runden lang zu zweit unterwegs. Und obwohl es für Andreas Loeffler in der 42. Runde ordentlich knapp wurde, als er nur gut 3 Minuten vor der vollen Stunde ins Ziel zurückkam, hatte er am Ende die Nase vorn. Andreas Loeffler ist der "Last man standing"! Nach 46 Runden und 308,476 km konnte er sich am frühen Morgen zur Ruhe setzen ... und sicherte sich mit seinem Sieg ein Golden Ticket für den Big's Backyard Ultra am 19. Oktober
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Spine Fusion (22.-29.06.2019, Edale-Kirk Yetholm, Großbitannien)
Die "Sommerversion" des winterlichen Spine Race: 268 Meilen mit fast 12000 Höhenmetern. Zeitbudget: 7 Tage. Und wie im Winter gelingt einer Frau der Gesamtsieg: Sabrina Verjee (GBR) gewinnt in 81:18:39 - und ist damit über 8 Stunden früher im Ziel als der schnellste Mann, Esteban Diaz Castaneda (ESP, 89:57:12). Auch wenn man sagen muss, dass der Spine Fusion bei den Männern bei weitem nicht so stark besetzt war als das Spine Race, bei dem Jasmin Paris (GBR) mit 15 Stunden Vorsprung gewonnen hatte, ist das eine überragende Leistung von Sabrina Verjee: Denn Ende Mai wurde sie Zweite beim Dragon's Back Race und Anfang Juni hat sie darüber hinaus auch noch die Charlie Ramsay Round bewältigt.
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Olympus Marathon (29.06.2019, Dion, Griechenland)
Der Skyrunning-Kalender ist eng getaktet, und wer neben den offiziellen Rennen der Skyrunner World Series andere Läufe machen will, muss auch mal einen Lauf in der Serie auslassen. So zum Beispiel die US-Amerikanerin Megan Kimmel, die am Wochenende zuvor das Broken Arrow Skyrace gewonnen hatte. Viele andere, die in der Gesamtwertung der Skyrunner World Series vorn liegen, traten dagegen am höchsten Berg Griechenlands an. Der Kurs ist einfach zu beschreiben: In den ersten 20 km geht es hoch – insgesamt 3200 Höhenmeter. Und in der zweiten Hälfte geht’s runter. Entsprechend dieses Kursverlaufs tat sich im Feld auch einiges – denn die besten Kletterer müssen nicht die besten Downhiller sein. Am höchsten Punkt lag bei den Damen ganz klar Ragna Debats (NED) vorn, gefolgt von einem „Doppelpack“ aus Anne-Lise Rousset (FRA) und Elisa Desco* (ITA). Letztere zeigte aber ihre Downhill-Qualitäten und siegte schließlich in 5:14:18 vor Ragna Debats (5:15:54) und Anne-Lise Rousset (5:20:04). Damit führt Elisa Desco zur Halbzeit der Skyrunner World Series die Gesamtwertung an vor Ragna Debats und Meghan Kimmel, die durch ihr Nichterscheinen weiter abrutschte … Aber hier ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen, denn da nur vier Rennen in die Gesamtwertung eingehen, kann zu Ende der Serie die Tabelle ganz anders aussehen.
Bei den Männern war es nicht weniger spannend. Lag nach dem langen Aufstieg noch Kiril Nikolov (BUL) an der Spitze vor Zaid Ait Malek (ESP) und Marc Pinsach (ESP), so hatte Zaid Ait Malek die besseren Karten bergab und siegte in 4:31:47 vor Nikolov (4:33:01). Pere Aurel (ESP), der zur Halbzeit noch mit 6 Minuten Rückstand auf Platz 8 lag, zeigte seine Downhill-Fähigkeiten und schaffte es schließlich auf Platz 3 (4:34:52). Im Gegensatz zur den Frauen hatte dieses Rennen bei den Männern keinen Einfluss auf die Top 3 der Gesamtwertung. Hier führt weiterhin Oriol Cardona (ESP) gleichauf mit Ruy Ueda (JPN) vor Thibaut Garrivier (FRA).
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*) Elisa Desco wurde 2009 positiv auf EPO getestet und daraufhin zwei Jahre lang gesperrt.



Lavaredo Ultratrail (28-30.06.2019, Cortina d‘Ampezzo, Italien)
Bei den Männern war es ein spannendes Rennen mit einer Dreiergruppe an der Spitze, von der sich Tim Tollefson (USA) erst kurz vor dem Col Gallina (km 95) entscheidend absetzen konnte. Damit gewinnt „Mr. 3rd place“ (Dritter bei Lavaredo Ultra Trail 2018, UTMB 2016 und 2017, MIUT 2019) zum ersten Mal ein großes internationales Rennen in 12:18:47 vor Jiasheng Shen (CHN, 12:31:08) und Sam McCutcheon (NZL, 12:47:22). Bei den Frauen machte Kathrin Götz (SUI), Dritte des Lavaredo Ultra Trail 2018, von Anfang an klar, dass sie dieses Mal den Sieg wollte. Und sie schaffte, was sie sich vorgenommen hatte: Sieg in 14:59:52. Audrey Tanguy (FRA) konnte sich dagegen erst kurz vor Malga Ra Stua (km 75) von Francesca Pretto (ITA) absetzen und lief schließlich in 14:24:10 auf den zweiten Platz vor Pretto (15:34:28). Die sonst traditionell starken US-Frauen hatten dieses Jahr keine Chance – Magda Boulet musste schon früh aus dem Rennen aussteigen, Denise Bourassa und Kami Semick hatten keine Chance, an die Spitze zu kommen. Auch Caroline Chaverot musste einmal mehr ein DNF hinnehmen – und sie beendete mit diesem Lauf ihre großartige sportliche Karriere …
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Mont Blanc Marathon (30.06.2019, Chamonix, Frankreich)
Das zweite Rennen der Golden Trail Series 2019 war wieder einmal hervorragend besetzt. Davide Magnini (ITA), der Sieger des letztjährigen Limone Extreme, wiederholte seinen Triumph vom letzten Jahr und sicherte sich den Titel am Mont Blanc in 3:47:13 vor seinem Landsmann Nadir Maguet (3:54:26). Beeindruckend auch die Serie von Bartlomiej Przedwojewski. Der Pole mit dem schier unaussprechlichen Namen hatte sein „Breakout Race“ beim letztjährigen Otter Race und wurde beim Zegama Aizkorri Marathon Zweiter. Beim diesjährigen Mont Blanc Marathon lief er auf den dritten Platz (3:56:15). Auch Ruth Croft hat ihren Erfolg aus dem letzten Jahr wiederholt – und war trotz der Hitze in diesem Jahr noch schneller (4:34:44). Zweite wurde die Italienerin Silvia Rampazzo in 4:37:57. Äußerst beeindruckend aber auch der dritte Platz von Eli Anne Dvergsdal (4:38:30). Die junge Norwegerin, die vor dieser Saison kaum jemand kannte, hat in diesem Jahr schon Zegama gewonnen. Einen Namen, den man sich merken sollte! Das ebenfalls am Wochenende stattfindende Ultra-Rennen (90km du Mont Blanc) gewannen Xavier Thevenard (FRA) und Katie Schide (USA).
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Infinite Trails (27.-29.06.2019, Bad Gastein, Österreich)
Ein sehr spannendes Konzept: Ein Team-Staffel-Rennen mit Prolog, der die Zeitabstände im Jagdstart festlegt. Nachdem das Rennen im letzten Jahr vom Wetterpech verfolgt war, hatte man dieses Jahr Glück … oder in Anbetracht der Hitze etwas zu viel Glück. Dennoch: Es war eine gelungene Veranstaltung. Und wenn man jetzt den Quatsch mit den World Championships noch lassen könnte (derzeit ist es eher eine „Betriebs-Weltmeisterschaft“ bei von Adidas) und/oder etwas mehr Interesse außerhalb der Adidas-Sphäre finden würde, könnte dieses Event zum Klassiker werden …
Den Prolog-Auftakt am Donnerstag gewannen Anton Palzer vom deutschen Team (The Adidas Terrex dudes) und Sheila Aviles vom Team Adidas Terrex 1. Beim Staffel-Wettkampf am Samstag dominierte der Russe Dmitrij Mityaev (Team Adidas Terrex 4) vor Anton Palzer (Adidas Terrex dudes) die erste Runde. Auf der zweiten und längsten Runde (60km, 3600 HM) lief dann Luis Alberto Hernando (Team Adidas Terrex 4) einen weiteren Vorsprung auf Benni Bublak (Adidas Terrex dudes) heraus, der schließlich noch von Luo Tao (Adidas Terrex 5) überholt wurde. Auf der Schlussrunde setzte sich jedoch Janosch Kowalczyk für die Adidas Terrex dudes schnell wieder an Platz 2 und lief die Runde sogar etwas schneller als der für das Team Adidas Terrex 4 angetretene Timmy Olson – aber der Vorsprung, der Hernando herausgelaufen hatte, war nicht mehr aufzuholen.
Bei den Damen hatte zunächst das Team Adidas Terrex 1 die Nase vorn, das die Prolog-Siegerin Sheila Alviles als erste auf die Strecke schickte. Ekaterina Mityaeva (Team Adidas Terrex 8) konnte auf Runde Zwei zwar den Rückstand auf Team Adidas Terrex 1 (Abigail Hall, USA) etwas verringern – aber es war schließlich Jasmin Nunige (Adidas Terrex 8), die schließlich die für Adidas Terrex 1 laufende Kim Schreiber einholen und überholen konnte und für ihr Team den Sieg sicherte.
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Zermatt-Marathon und Berglauf EM (6./7.06.2019, Zermatt, Schweiz)
Nach langen Diskussionen im Vorfeld konnten sich Organisatoren und Verbände einigen und die diesjährige Berglauf EM in Zermatt stattfinden. Marathon und Berglauf EM teilten sich das Ziel auf dem Riffelberg, wobei der Marathon traditionsgemäß am Samstag und die Berglauf EM am Sonntag stattfand. Aus deutscher Sicht wurde das größte Ausrufezeichen am Samstag gesetzt: Benedikt Hoffmann siegte in 3:04:59 im Marathon und ließ damit Berglauf-Größen wie Andy Wacker (USA; Platz 4; 3:12:06) oder Patrick Wieser (SUI, Platz 7, 3:24:36) hinter sich. Obwohl Hoffmann im Rahmen der österreichischen Berglaufmeisterschaften in Köflach (Platz 2) die Qualifikation für die EM erbracht hatte, wurde er nicht nominiert, da seine Wettkampfplanung nicht zielführend sei. Naja, Benedikt Hoffmann läuft wirklich viele Wettkämpfe und hat erst drei Wochen vor dem Zermatt-Marathon den Stelvio-Marathon gewonnen. Immerhin soll es wohl im November zur Langdistanz-Berglauf WM in Argentinien gehen… Bei der am Tag nach dem Marathon stattfindenden Berglauf EM war es dann Stefanie Doll, die das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erreichte: Sie kam auf Platz sechs (1:04:21) und hatte zeitweilig sogar das Podium in Sichtweite. Es siegte Maude Mathys (SUI, 1:00:18) vor Andrea Mayr (AUT, 1:01:19) und Christel Dewalle (FRA, 1:02:48). Lisa Oed wurde Neunte in 1:05:21. Das deutsche Damenteam, das den krankheitsbedingten Ausfall von Sarah Kistner verkraften musste, kam auf den vierten Rang (50 Punkte) hinter Italien (22), Frankreich (26) und die Schweiz (31). Bei den Männern siegte Jacob Adkin (GBR, 53:21) vor Stian Overgaard Aarvik (NOR, 53:46) und Xavier Chevrier (ITA, 54:02). Bester Deutscher wurde Anton Palzer (57:52), die anderen deutschen Teilnehmer landeten auf ebenso enttäuschenden Plätzen 34, 39 und 40. Insgesamt bedeutete das in der Teamwertung den achten Platz (98 Punkte). Hier siegte Großbritannien (17) knapp vor Italien (18) und Norwegen (23). Einen weiteren – sehr überraschenden und aus deutscher Sicht erfreulichen Sieg landete der saarländische Berglaufmeister Sammy Schu, der sich auch sonst als sportliches Multitalent präsentiert (Treppenlauf, Sommerbiathlon). Jetzt also noch Ultralauf – denn er gewann den gleichzeitig mit dem Marathon stattfindenden Gonergrat-Ultramarathon in 4:12:03. 
Ergebnisse Marathon/Ultramarathon und EM








Kungsleden: Emelie Forsberg hat im Juli 2018 auf dem Kungsleden in Schweden einen Overall-FKT aufgestellt: Sie legte die 440km in 4 Tagen, 21 Stunden und 45 Minuten zurück. Hier der Film über ihren Lauf auf dem „königlichen Trail“.

Unsupported: Es gibt FKTs auf dem John Muir Trail, die mit Support aufgestellt wurden … sogar mit viel Support. Zum Beispiel der von Francois d’Haene vor zwei Jahren. Unsupported FKTs sind eine ganz andere Nummer. In diesem Film kommen verschiedene Läufer zu Wort, die den unsupported FKT versucht haben oder für eine gewisse Zeit innehatten.

Montane Spine Race Film: 💲 Dokumentation des Spine Race 2019. Dieses Rennen ist einem vor allem wegen des unglaublichen Streckenrekords von Jasmin Paris in Erinnerung.

World Champion Ultra-Runner Anna Frost Transitions into Motherhood | Frosty: Anna Frost alias Frosty kennt man als Trailläuferin. Sie hat sehr viel gewonnen: Transvulcania, Speedgoat, Hardrock 100, Bear 100 … Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Als Mutter. Was bedeutet Trailrunning für sie vor diesem Hintergrund? Durch Trailrunning schafft sie. Verbindung zur Natur. Verbindung zur Trail-Community. Und letztendlich Verbindung zu sich selbst.

All Hail the Queen – Meghan Laws: Eine Hommage an eine zeitlose Läuferin – Meghan Laws, früher Meghan Arbogast. Seit drei Jahrzehnten ist Meghan erfolgreich. Viermal hat sie sich für die Olympic Marathon Trials qualifiziert. Zwölf mal ist sie den Western States gelaufen mit 10 Finishes in den Top 10. Neun mal in Folge hat sie die USA bei den 100 km Weltmeisterschaften repräsentiert – sieben mal davon kam sie in die Top 10. Eine schier unendliche Karriere ...

Running the Faroe Islands: The Running Pastor: Ein schräger Film. Wenn man an Trailrunning denkt, denkt man wahrscheinlich nicht als erstes an die Färöer Inseln – diese Inselgruppe irgendwo zwischen Dänemark und Island. Aber die Bilder in diesem Film sind großartig. Es ist der „Spielplatz“ von Pastor Sverri Steinholm ... und mehr.

Für Filme, die mit 💲 markiert sind, fallen Kosten an. Weitere Filme findet Ihr in unserem Archiv für Trail- und Ultrarunning Filme. Und falls Ihr Euren Lieblingsfilm dort nicht findet – schickt mir einfach eine e-mail. Das Archiv wird fortwährend aktualisiert und erweitert …








ZUM ANSCHAUEN: 

11. August 2019: Sierre-Zinal. Kilian Jornet gegen Jim Walmsley - schon jetzt kann man sich auf das Duell beim diesjährigen Sierre-Zinal freuen. Es geht also nicht über 100 Meilen, sondern über 31km - und da könnte Walmsley durchaus gute Chancen haben. Als Golden Trail Race und Rennen des WMRA World Cup zieht dieses Traditionsrennen aber auch jede Menge anderer schneller Läufer und Läuferinnen an. So z.B. mit Robbie Simpson, Robert Surum und Francesco Puppi die Platzierten 2-4 des letzten Jahres. Bei den Frauen das komplette Podium des letzten Jahres: Lucy Murigi, Michelle Maier, Simone Troxler. Dazu unter anderem Megan Kimmel, die El Kott Helander Sisters und ... und ... und. Florian Neuschwander hat Woche abgesagt - er will sich zunächst mehr auf das Training fokussieren und dann im August den OCC rennen. Es wird mit Sicherheit spannend. Nicht zuletzt wegen der Frage: Wird in diesem Jahr der Rekord von Jonathan Wyatt (2:29:12) aus dem Jahr 2003 fallen?
Wie alle Rennen der Golden Trail Series kann man den Montblanc Marathon auf ihrer Facebook-Seite oder im youtube-Kanal von Salomon TV verfolgen.



ZUM MITLAUFEN:

Es mag noch so viele neue Rennen geben, viele sind schon ausgebucht. Das gilt für Klassiker wie den Karwendelmarsch genau wie für relativ neue Veranstaltungen wie der Hunsbuckel-Trail, den es erst seit 2017 gibt. Und auch die Walser Trail Challenge ist im fünften Jahr ihres Bestehens voll ausgebucht.
Aber keine Sorge! Durch die steigende Nachfrage mit der resultierenden schnellen Ausbuchung des Events steigt die Wahrscheinlichkeit, dass kurzfristig Startplätze frei werden – sei es wegen Trainingsrückstand, Verletzung oder Krankheit. Daher: Schaut immer mal wieder in den Startplatzbörsen der Veranstaltungen vorbei. Wenn man nur einzelne Tickets sucht, hat man oft Erfolg. Und wenn nicht, dann gibt es viele andere lohnende Wettkämpfe, bei denen man auch kurzfristig noch Startplätze bekommt. Hier eine kleine Auswahl:

2.-4. August 2019: Chiemgauer 100. Ein Klassiker! Der Chiemgauer 100 wurde zum ersten Mal durchgeführt, als man in Deutschland das Wort "Trailrunning" noch nicht aussprechen konnte: Im Jahr 2005. Das Beste: Seitdem wurde kaum etwas geändert. Die Strecke ist nahezu die, auf der schon 2005 die Ultraläufer unterwegs waren. Das heißt: Wer sich zu diesem Rennen anmeldet weiß, dass die Organisatoren ihr Handwerk verstehen. Wer große, laute "Events" mag, ist hier falsch: Die ganze Veranstaltung ist familiär und überschaubar. Kein Wunder, dass es hier viele "Wiederholungstäter" gibt. Übrigens steht die "100" für "100km", die Hauptstrecke des Wettbewerbs - es gibt aber auch ein Rennen über 100 Meilen. Und in diesem Jahr - zum ersten Mal - ein Rennen über 75km (3900 Höhenmeter, 14:30 Stunden Zeitlimit). Wer sich also nicht gleich auf die beiden großen Runden traut, der sollte sich für die 75km anmelden. Ein naturnahes Lauferlebnis ist garantiert!

3. August 2019: Immenstädter Gebirgsmarathon. Er heißt “Marathon”, ohne ein echter Marathon zu sein, denn er misst “nur” 31 km. Aber er ist äußerst fordernd, dieser Lauf über die Nagelfluhkette bei Immenstadt. “Urgestein” Willi Hiemer hatte 1990 die Idee zu diesem Lauf, der damit einer der ältesten Trailläufe in Deutschland ist. Familie Hiemer musste aus persönlichen Gründen die Organisation dieses Laufs aufgeben – und damit stand der Gebirgsmarathon vor dem Aus. Vor zwei Jahren haben zwei Trailrunner, Marc Dürr und Stefan Lang, sich des Gebirgsmarathons angenommen und ihn damit wiederbelebt. Es geht von der Talstation der Mittagsbahn in Richtung Stuiben und dann – immer über den Grat – bis zur Bergstation auf dem Hochgrat. Dort ist dann der Wendepunkt, und der Rückweg erfolgt dann über den Grat der kompletten Nagelfluhkette. Dabei gibt es auch die eine oder andere ausgesetzte Stelle. Vor allem aber kann es auch mal eng werden, wenn sich schnelle Läufer auf dem Rückweg und langsame Läufer auf dem Hinweg begegnen. Es ist sicher kein Lauf, um eine persönliche Bestzeit aufzustellen, sondern ein Erlebnislauf. Genauso wird er auch auf der Internetseite des Veranstalters beworben. Noch sind die stark limitierten Startplätze zu haben – maximal 100 Läufer und Läuferinnen dürfen zum Gebirgsmarathon antreten. Neben dem Gebirgsmarathon gibt es auch den 15,5 km langen „Gebirgstrail“. Und übrigens: Der Immenstädter Gebirgsmarathon gehört zu den Klassikern des Traillaufs: Er feiert in diesem Jahr 30. Geburtstag!

8.-10. August 2019: Kitz Alps Trail. Es gibt nicht viele 100 Meilen Veranstaltungen in Mitteleuropa. Thomas Bosnjak hat diese Marktlücke erkannt. Der KAT bringt eine neue Möglichkeit, in alpiner Umgebung 100 Meilen zu Rennen. Der Austragungsort ist Fieberbrunn, die große Schleife führt durch die Kitzbüheler Alpen. Aber man muss nicht unbedingt die 100 Meilen Laufen, es gibt auch einen Endurance Trail von 84 km, einen Marathon, der eigentlich ein Ultra (58km) ist, und eine Speed Trail von 24 km. Und einen Ekiden-Trail – das ist ein 2er-Staffellauf mit Streckenlängen von 2x83 km. Der 100-Meilen Trail weist übrigens fast 10000 Höhenmeter auf – die Läufer haben für diese Schleife 48 Stunden Zeit. Bedingungen fast wie beim Hardrock 100 …

10.-11. August 2019: Gondo Marathon. Nein, diese Veranstaltung ist mit Sicherheit kein Massenabfertigungs-Event. Und auch wenn „Marathon“ drauf steht - es ist kein einfacher Marathon, sondern ein Doppelmarathon, den es hier zu laufen gilt. Früher hieß die Veranstaltung „Gondo Event“ und wurde zum Gedenken an die Opfer des Bergrutschs im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Die Veranstaltung 2019 ist schon die 18. Austragung. Die Strecken entlang und in der Umgebung des alten Stockalperwegs sind sehr schön, sind größtenteils Single-Trails, und die Veranstaltung ist sehr familiär gehalten. Zum Familiären gehört, dass man sich immer noch anmelden kann. Details findet man auf der Homepage des Gondo Marathons.

11.08.2019: Allgäu Panorama Ultramarathon. Eigentlich gibts hier für jeden was: vom Kids Run über den 5km Lauf, einen relativ flachen Halbmarathon, den Hörnerlauf, mit 18km und 1100 Höhenmetern etwas für Berg- und Trailfans, und schließlich den Marathon und den Ultramarathon. Letzterer verläuft über 69,7 km und 3050 Höhenmeter über die Bergketten rechts und links der Iller, macht sogar einen Abstecher ins Skisprungstadion von Oberstdorf. Man fragt sich, warum dieser perfekt organisierte Lauf nicht noch mehr Läuferinnen und Läufer anzieht. Ist es die Ferienzeit? Ist es die Hitze, die oft Mitte August herrscht? Der Ultratrail wird in diesem Jahr zum 11. Mal ausgetragen. Fast schon ein Klassiker, bei dem man mindestens ein Mal gewesen sein sollte ...

16.-18. August 2019: Swiss Alps Endurance Run. Race Director Jakob Herrmann ist ein Schweizer, der nach Kalifornien ausgewandert ist. Dort hat er nach eigenen Angaben beim Angeles Crest 100 mitgearbeitet. Allerdings ist im Organisationskomitee des AC100 der Name nicht mehr zu finden. Nun aber zum Swiss Alps: Im Jahr 2017 fand der Swiss Alps erstmals statt – und ist aus dem Stand auf Platz 5 bei den Swiss Trail Awards gekommen. Die Strecken sind sehr schön, und die 160 km Strecke, die in diesem Jahr neu dazukommt, ist richtiggehend spektakulär: Sie bezieht auch die Pfade oberhalb des Aletschgletschers mit ein. Für die große schleife hat man 48 Stunden Zeit. Die Meldegebühren sind im Vergleich zu anderen Veranstaltungen recht hoch – dafür gibt es aber auch jetzt noch freie Plätze.

17. August 2019: Der weiße Ring – Trailchallenge. Das Sommerpendant der legendären Skirunde Lech-Oberlech-Zug-Zürs. Die Daten: 28,9km, 2300 Höhenmeter. Das bedeutet: Auf und ab … und das über die gesamte Strecke. Dieses Rennen hat in diesem Jahr Premiere.

25. August 2019: Hartfüßlertrail.  Das Saarland hat eine sehr aktive Trailrunning-Szene. Auch wenn man hier keine technischen Trails und auch keine sehr hohen Erhebungen findet. Das Besondere am Hartfüßlertrail: Hier werden auf unvergleichliche Weise Natur und Industriegeschichte verbunden. Denn dieser Trail führt auf alten Bergmannspfaden durch idyllische Wälder – sogar ein „Urwald“ ist dabei -  wie auch über Abraumhalden und an Absinkweihern und stillgelegten Gruben vorbei. Je nach Können und Kondition kann man zwischen vier Strecken mit einer Länge von 7,5 bis 58 km wählen. Auch wenn bei den Läufern saarländische Dialekte überwiegen – die Anreise von weiter her lohnt sich auch, wenn die Veranstalter auch darum bitten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden – denn Nachhaltigkeit wird bei diesem Lauf ganz großgeschrieben, und durch eine Kooperation mit dem NABU Saarland versucht man, den ökologischen Fußabdruck dieses Rennens auszugleichen.

1.-8. September 2019: Swiss Peaks. Länger geht nicht im Trailrunning – zumindest nicht in Europa. Es gibt insgesamt 6 Wettbewerbe mit Streckenlängen zwischen 15 und 360km (!). Das toppt sogar noch den Tor des Geants. Außerdem kann man sich hier im Gegensatz zum TDG immer noch anmelden und findet auch für die Langstrecken noch Startplätze. Die Strecken führen durchs Wallis, die kürzeren Distanzen werden auf einem Rundkurs, die längeren auf Point-to-Point Kursen gelaufen. Hauptquartier und Zielort für alle Wettbewerbe ist der kleine Ort Bouveret am Südostufer des Genfer Sees.

14. September 2019: Ultratrail du Müllerthal. Bei dem Ultratrail du Müllerthal, kurz UTML, geht es auf traumhaften Wegen durch die Luxemburger Schweiz im Nordwesten des Großherzogtums. Man kann entweder drei große Schleifen mit einer Gesamtlänge von 112 km unter die Füße nehmen – dafür hat man 19 ½ Stunden zur Verfügung. Oder man startet 2 Stunden früher und kann sich 21 ½ Stunden Zeit lassen … dann hat man aber kein Anrecht auf das Podium. Oder man läuft einen der kürzeren Trails (75, 39, 15 km). Der UTML lohnt sich auf jeden Fall!

22. September 2019: Pfalz Trail im Leiningerland. Im 8. Jahr seines Bestehens ändert sich was beim Pfalztrail: Man hat das Rennen auf den Sonntag verlegt und die lange Strecke (85,7 km) gestrichen. Übrig bleibt nun der frühere Half Trail – jetzt Pfalztrail genannt – mit 35km und 820 Höhenmetern. Oder der Base Trail mit knapp 20km und 440 Höhenmetern. Diese Rennen verlaufen auf durchweg laufbaren Trails, die viel Spaß machen. Bei der Organisation kann man sich auf viel Routine und Erfahrung verlassen.

27.-29.September 2019: Swiss Trail Tour. Die Swiss Trail Tour startete 2018 zum ersten mal. Starter haben die Auswahl, einen 3 Tageswettkampf in der Tour- oder Ultra-Kategorie zu absolvieren – je nach Wahl sind die Strecken 27/35/32 km bzw. 43/52/45 km lang. Wer sich die Mehrtagestour nicht zutraut, kann auch am Samstag das längste Ultra-Rennen als Einzelwettkampf bestreiten. Die landschaftlich schöne Gegend um Lenk verspricht echten Trailgenuss.

3. Oktober 2019: 6 Stunden Urwaldlauf. Urwald im Saarland? Geht’s noch? Doch, es gibt ihn: Vor den Toren der Stadt Saarbrücken und mitten im Saarkohlenwald gibt es ein Naturschutzgebiet, in dem der Wald seit nunmehr über 20 Jahren sich selbst überlassen wurde. Durch diesen Wald führen verschlungene Wege und Pfade, auf denen dieser 6-Stunden Lauf durchgeführt wird. Es ist eines der wenigen „Timed Events“, die auf Trails stattfinden. Die Veranstalter vom Hartfüßlertrail haben diesen Wettkampf 2017 zusammen mit dem NABU aus der Taufe gehoben. Auf einem attraktiven Rundkurs von knapp 1,9 km (46 Höhenmeter pro Runde) kann man entweder alleine (Keiler-Wertung) oder im Team (Sieben-Geißlein Wertung) seine Kilometer sammeln. Die Teilnehmer der bisherigen Veranstaltungen waren rundum begeistert … Dieses Jahr hat man den Tag der Deutschen Einheit als Veranstaltungstag gewählt.

4. Oktober 2019: Schinder Trail - Backyard Ultra (Die Rache des Försters). Backyard Ultras boomen. Spätestens seit dem beeindruckenden Zweikampf Courtney Dauwalter - Johan Steene beim Big's Backyard Ultra im letzten Jahr. Nach dem Halden-Mohikaner, dem Bienwald Backyard Ultra und mehreren kleineren Events wurde jetzt noch ein Backyard Ultra angekündigt: Die Rache des Försters. Veranstaltet von den Leuten um Alexander Holl vom Schinder Trail. Dort ist man kreativ und extrem rührig. Gerade mal ein Jahr nach der erfolgreichen Premiere vom Schinder Trail Grauer Kopf hat man eine Winterversion etabliert (Winterparadies), eine weitere Strecke zum "Grauen Kopf" hinzugefügt (Extended), bastelt an einer Veranstaltung in den Chilenischen Anden (Condor Circuit) ... und jetzt auch noch ein Backyard Ultra. Großer Erfolg für Alex Holl und sein Team: Der Schinder Trail - Backyard Ultra hat den Status eines Backyard Ultra Affiliated Race bekommen ... aus dem Pool dieser Rennen gibt es für eine (noch ungenannte) Zahl von Läufern, die die längsten Strecken zurückgelegt haben, einen Startplatz beim "Original", bei Big's Backyard Ultra. Besonderheit: Der Schinder Trail übernimmt - im Fall einer Qualifikation für den Big's Backyard - die Hälfte der Reisekosten. Wow! Außerdem: Die Leute vom Schinder Trail sind sehr engagiert in regionalen sozialen- und Umweltprojekten. Beim Backyard Ultra heißt das: Pro gelaufener Runde werden 3 Euro fällig, das entspricht den Kosten für einen Laubbaum incl. Verbissschutz zur Wiederaufforstung der Sturmschäden von Sturmtief Friederike. Ich finde: Eine gute Aktion! Anmerkung: Damit gute Läufer nicht am Ende pleite sind, sind ab der 16. gelaufenen Runde die Runden kostenlos. Spenden werden aber gerne entgegengenommen ...







Hardrock 100 cancelled!

Die Alpen ächzen unter den Schneemassen, die noch vom letzten Winter übrig sind. In der Sierra Nevada und in den Rocky Mountains ist das derzeit nicht anders. Und in den San Juan Mountains um Silverton ist es so krass, dass die Organisatoren des Hardrock 100 nun beschlossen haben, die Austragung 2019 zu canceln. Das ist bitter! Denn gerade für 2019 konnte man ein extrem spannendes Rennen erwarten, nachdem im Dezember in der Lottery so viele High Potentials gezogen worden waren. Darunter: Darcy Piceu, Courtney Dauwalter, Andrea Huser, Xavier Thevenard, Kilian Jornet, Francois d’Haene, Jason Schlarb und Dylan Bowman. Und natürlich die Titelverteidiger Jeff Browning und Sabrina Stanley.
Und jetzt? Die Organisatoren haben angekündigt, dass alle, die am 10. Juni 2019 auf der Entrant List standen, ein Startticket für 2020 haben. Auch die Warteliste wird beibehalten. Das heißt: Im Dezember wird es keine Lotterie geben ...
Pech für Kilian Jornet. Der hatte sich nämlich Anfang Mai von der Liste streichen lassen.



Caroline Chaverot beendet Wettkampfkarriere

Eine große Trail- und Ultraläuferin verlässt die Wettkampfbühne: Caroline Chaverot. Sie hat (fast) alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Zugspitz Ultratrail, Eiger Ultratrail, MIUT, Lavaredo, Transgrancanaria, UTMB und Hardrock 100. Und noch viele andere Rennen ...
Dann sorgte eine heimtückische Borreliose im vergangenen Jahr für unerklärliche Leistungseinbrüche. Nach dem DNF beim Lavaredo Ultra Trail hat sie verkündet: Ihre sportliche Karriere ist zu Ende - durch die Berge laufen will sie weiterhin …



Fastest Known Times und Anderes

Ein FKT-Hotspot war in den letzten Wochen Großbritannien. Hier lief Damian Hall in 17:31 die walisische Paddy Buckley Round und unterbot damit den bestehenden Rekord um 11 Minuten (tbc by fastestknowntimes.com)

Die sensationellste Leistung hat aber Paul Tierney vollbracht: Er überquerte alle 214 "Wainwrights", das sind die 214 Gipfel im Lake District National Park, die Alfred Wainwright in seinen Büchern "Pictorial Guide to the Lakeland Fells" verzeichnet hat. Allein die Karte der Route sieht schon beeindruckend aus. Die nackten Zahlen: 512km, 36000 Höhenmeter. Tierney brauchte hierfür 6 Tage, 6 Stunden und 5 Minuten.

Dann versuchte sich John Kelly, Barkley Finisher #15, an der „Grand Round“. Das sind alle drei klassischen britschen „Rounds“: Die Paddy Buckley Round in Wales, die Bob Graham Round im Lake District und die Charlie Ramsay Round in Schottland. Jede Round in unter 24 Stunden, das Ganze in unter 100 Stunden. Die Strecke zwischen den Rounds wollte John Kelly per Fahrrad zurücklegen – schließlich ist er nicht nur Ultrarunner, sondern auch Triathlet. Aber nach der Paddy Buckley Round und der Bob Graham Round war Schluss für John Kelly. Schlechte Wetterverhältnisse und der Schlafentzug führten dazu, dass John sein Vorhaben aufgab. Vielleicht ein anderes mal?

Zuschauen, analysieren, besser machen. Das könnte das Motto des FKT-Versuchs von Kristian Morgan auf dem Appalachian Trail sein. Er gehörte im letzten Jahr zu dem Team um Karel Sabbe, als dieser einen neuen FKT auf dem AT aufstellte. Allerdings liegt Morgan schon jetzt über 200 Meilen hinter dem Benchmark von Sabbe. Es gab Probleme in der Crew, die sein Fortkommen zusätzlich behindert haben. Aber auch wenn der Rekord praktisch schon außer Reichweite ist, seinen Tracker kann man weiterhin verfolgen

Inzwischen ist der FKT-Trend auch in Deutschland angekommen. Allein in den letzten Wochen gab es hierzulande drei neue FKTs:
  • Michael Mankus hat sich den FKT auf dem Grünen Ring um Hamburg zurückgeholt: 10:14:40.
  • Nils Riegel hat auf dem Allgäuer U, einem Rundkurs über die Nagelfluhkette und die Hörnergruppe einen neuen FKT gesetzt: 6:45:46
  • Simon Spindler brauchte 18 Stunden und 6 Minuten für den Malerweg (FKT self-supported)






Alex Hutchinson: Endure

Heute möchte ich auf ein Buch hinweisen, das nicht mehr ganz frisch auf dem Markt ist (erschienen am 8. Februar 2018). Der Untertitel sagt schon sehr viel: „Geist, Körper und die seltsam elastischen Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit“. Alex Hutchinson, der Autor, ist ein Physiker, der seinen PhD in Cambridge gemacht hat. Und der schon immer im Ausdauersport aktiv war. Mittlerweile ist er Journalist und schreibt unter anderem für Outside, den New Yorker und die New York Times.
In diesem Buch geht es um den Einfluss von Physis und Psyche auf die Leistungsfähigkeit. Der Ankerpunkt ist das „Breaking 2“ Projekt von Nike – doch auch wenn das Buch immer wieder zu diesem Thema zurückkehrt, nimmt es Ausflüge in alle möglichen Sportarten. Und vor allem: zu allen möglichen Studien. Alex Hutchinson ist der perfekte Autor für dieses Buch: Er hat großes persönliches Interesse, den Zugang zu den Studienergebnissen, teilweise auch zu den Wissenschaftlern, die die Studien durchgeführt haben – und er kann das ganze so schreiben, dass es sich nicht mehr nach einem wissenschaftlichen Artikel anhört.
Wen es nicht schreckt, auch mal ein englischsprachiges Buch zu lesen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.




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