UTMB-WOCHE 2021 - SNEAK PEEK: TDS

 


 

von Sabine



So, es ist soweit – die UTMB Woche steht an! Den Anfang machen PTL (Petite Trotte à Léon) und MCC (de Martigny-Combe à Chamonix), aber der erste Wettbewerb, bei dem internationale Eliteläufer dabei sind, ist der TDS (Sur les Traces des Ducs de Savoie). Dieses Rennen hatte 2019 ein großes Makeover erfahren – die Strecke, die auf der Südroute von Courmayeur nach Chamonix führt, wurde um gut 25 km verlängert. Damit liegt die Laufzeit beim TDS gar nicht mehr so weit von der des UTMB entfernt. Das mag ein Grund dafür sein, dass bei dieser Austragung die Zahl der internationalen EliteathletInnen auf dieser Strecke überschaubar bleibt. Und das mag auch ein Grund dafür sein, dass ab der nächsten Austragung – 2022 – der PTL nicht mehr zu den Hauptveranstaltungen des UTMB zählt, die dann unter dem Label „UTMB World Series Finals“ zusammengefasst werden. Anders als OCC, CCC und UTMB wird es dann auch andere Qualifikationsrichtlinien geben – wie die genau aussehen, darüber schweigt sich die Familie Poletti noch aus.
 

Aber egal: Jetzt zunächst mal zum letzten international relevanten TDS.

 

 

Quick Facts:

 
Start: 24 August 2021, 15:00
Strecke: 145 km, 9100 Höhenmeter
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Preview der Strecke: hier.


2021 sind 73 Männer und 18 Frauen in der Elitekategorie am Start.

 

 

Frauen:

  • Ekaterina Mityaeva (RUS): Die Familie Mityaeva/Mityaev macht in diesem Jahr Renntausch: Auf dem TDS war in den Jahren 2018 und 2019 Ekaterina’s Mann Dmitry erfolgreich (mit den Plätzen 3 und 2), während Ekaterina beim UTMB 2019 Vierte wurde. In diesem Jahr läuft Dmitry den UTMB, während Ekaterina beim TDS startet. Die Ergebnisse in diesem Jahr (Platz 3 beim MXAlps und beim 90km Ultrarennen des Mont Blanc Marathons) lassen vermuten, dass sie gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat.
  • Holly Page (GBR): Startet nicht beim TDS Läuft eigentlich fast alles – von schwierigen Skyraces wie der Trofeo Kima bis hin zu Mehrtagesevents wie der Coastal Challenge. Ihr Fokus liegt aber klar auf Rennen mit Streckenlängen von 40-80km. Sie war Achte der Golden Trail Championships 2020 und – bei ihrem bislang längsten Rennen – Neunte beim CCC 2019. Mit dem TDS legt sie kilometermäßig nochmal einiges drauf.
  • Giuditta Turini (ITA): Ist bislang auf internationaler Bühne noch nicht so stark aufgefallen – kam aber als Zweite beim 90km Mont Blanc so nah an die Siegerin Hillary Geradi heran, dass man ihr auch für den TDS eine starke Performance zutrauen kann. Zumal sie mit ihrem Sieg beim Swiss Peaks 2020 gezeigt hat, dass sie auch 100 Meilen „draufhat“.
  • Martina Valmassoi (ITA): Wenn die Italienerin ein Rennen startet, dann kommt sie meistens in die Top 10. Zuletzt – Ende Juni – hat sie den UltraDolomites beim Lavaredo gewonnen. Ihr Manko: Die bislang längste Strecke in einem Wettkampf waren 93 Kilometer. Daher ist schwer vorherzusagen, was Martina Valmassoi beim TDS leisten kann.
  • Camelia Mayfield (USA): Sie ist hierzulande kaum bekannt – wie könnte sie das auch sein, der TDS ist nämlich ihr erstes Rennen außerhalb der USA. Und trotzdem kann man ihr viel zutrauen. Beim Western States 2021 wurde sie Achte – und kam damit zum dritten Mal in Folge in die Top 10.
  • Meredith June Edwards (USA): Sie hat schon eine längere „UTMB-Karriere“: 2015 Zehnte beim CCC, 2016 Platz 2 beim TDS, 2017 Platz 31 beim UTMB. Dazu kommen die Plätze 3 und 2 beim „Oman by UTMB“ 2018 und 2019. Es könnte trotzdem schwierig für sie werden, das Resultat von 2016 zu wiederholen.
  • Mira Rai (NEP): Startet nicht beim TDS Die Nepalesin mischte vor allem in den Jahren 2014-2017 die Trailrunning-Szene ordentlich auf. In den Jahren 2018 und 2019 musste sie sich dann zwei Knie-Operationen unterziehen. Der TDS wird das erste Rennen über 100km sein, das Mira seit 2018 laufen wird. Daher ist die Prognose äußerst schwierig.


 

Interessant aus deutscher Perspektive:

  • Ildiko Wermescher: Die in Bayern lebende Ungarin ist ein laufender Beweis dafür, dass man auch mit fortgeschrittenem Alter noch Top Resultate erzielen kann. Und ein Vorbild für alle Frauen der „Master-Class“. Ich kann nicht nachvollziehen, warum sie weiterhin so unbekannt in der deutschen Trailrunning-Szene ist. Vielleicht, weil sie nicht viel Wirbel macht um ihre Person? An der Leistung kann es jedenfalls nicht liegen. Sie hat bei vier Starts beim UTMB in den Jahren 2014, 2016, 2018 und 2019 viermal die Top 10 erreicht (Plätze 6, 7, 7 und 9). Dazu kommt ein dritter Platz beim TDS 2017. In diesem Jahr hat sie Platz 3 im Tschirgant Skyrun TS52 und Platz 2 beim Kaiserkrone Trail vorzuweisen. Ihr kann man richtig viel zutrauen!
  • Basilia Förster: Sie hat italienische Wurzeln und einen italienischen Pass, lebt aber seit Jahren in Deutschland. Aus dem Jahr 2017 hat sie beim UTMB einen 13. Platz zu Buche stehen. Im letzten Jahr war sie Zweite beim IATF (K110), in diesem Jahr belegte sie beim MXtreme in Montreux ebenfalls Platz 2. Die Formkurve scheint ganz klar nach oben zu zeigen ...





Männer:

Eigentlich wollte Tom Evans (GBR) beim diesjährigen TDS starten. Der Sieger des CCC von 2018 und der Dritte des Western States 2019 wäre dann mein klarer Favorit gewesen. Doch daraus wird nichts – er musste sich im August einer Knieoperation unterziehen.

  • Daniel Jung (ITA): Der Südtiroler hat die Corona-Pause im letzten Jahr sehr kreativ genutzt: Zwischen Mai und August 2020 hat er allein 10 (!) FKTs aufgestellt – die prominentesten waren die Rekorde auf dem Stubaier Höhenweg und dem Berliner Höhenweg. Dazu kamen noch einige kürzere Sky- und Trailrennen. Vor vier Jahren war er schon mal Sechster beim TDS. In diesem Jahr könnte er eine noch bessere Platzierung erreichen.
  • Cristofer Clemente Mora (ESP): Startet nicht beim TDS Der auf den Kanaren lebende Spanier belegt in langen Ultrarennen immer wieder Spitzenplätze. Im Jahr 2018 war er Vizeweltmeister bei der ITRA/IAU-Weltmeisterschaft auf den Penyagolosa Trails. Beim Transgrancanaria belegte er dreimal (2013, 2018, 2019) Platz 3. Beim CCC belegte er 2019 den 8. Platz. Er dürfte eine Chance aufs Podium haben.
  • Erik-Sebastian Krogvig (NOR): Hat noch nicht so viele internationale Rennen bestritten, präsentiert sich aber in aufsteigender Form - zuletzt mit einem 3. Platz beim Lavaredo Ultra Trail. Diese Platzierung hatte er beim Lavaredo schon einmal 2017 erreicht, damals aber mit schlechterer Zeit.
  • Tofol Castaner (ESP): Startet nicht beim TDS Er ist mit mittlerweile 49 Jahren nicht mehr der Jüngste. Aber er hat viel Erfahrung. Das gilt auch für den TDS, bei dem er 2018 Vierter und 2019 Zehnter wurde.
  • Benoit Girondel (FRA): Als Benoit zum ersten Mal 2012 den TDS gelaufen ist, landete er auf Platz 22. Nicht schlecht. Aber seit diesem ersten Auftritt beim TDS hat er sich weiterentwickelt, hat unter anderem zweimal (2017, 2018) die Diagonale des Fous auf La Reunion gewonnen und zweimal (2014 und 2016) den Endurance Trail des Festival du Templiers. Im Frühsommer 2021 hat er schon den Swiss Canyon Trail gewonnen. Auch er hat gute Chancen aufs Podium.
  • Antoine Guillon (FRA): Startet nicht beim TDS Antoine ist zwar schon 49 Jahre alt. Aber das will nichts heißen. Denn für ihn spricht seine Erfahrung beim TDS. Insgesamt viermal ist er dort bislang gestartet, und wurde zweimal Zweiter und zweimal Dritter. Zum letzten Mal war er 2017 bei diesem Rennen. Auch er hat bei der Diagonale des Fous gezeigt, dass er schwere, technische Rennen „kann“: 2015 hat er dieses Rennen gewonnen und landete 2012, 2016 und 2017 auf Platz 2. Auch mit ihm dürfte zu rechnen sein.
  • Seth Swanson (USA): Bringt viel Erfahrung mit und war auch schon mal (2015) Vierter beim UTMB. In der gleichen Zeit (2014/2015) war er auch zweimal Zweiter beim Western States. Allerdings hat man in der letzten Zeit selten Top-Platzierungen bei internationalen Rennen von ihm gesehen.
  • Florian Grasel (AUT): Sein Breakout-Race war sicher der Sieg beim Großglockner Ultratrail 2019. Aber auch sein 9. Platz beim UTMB war sehr beachtlich. Im letzten Jahr lieferte er sich mit Daniel Jung und Peter Kienzl ein Fernduell auf dem Berliner Höhenweg. In diesem Jahr blieb er beim Lavaredo mit Platz 12 und beim Osttiroltrail des GGUT mit Platz 6 unter seinen Möglichkeiten.


 

Interessant aus deutscher Perspektive: 

  • Matthias Krah: Im vergangenen Jahr hat er den ziemlich harten Chiemgauer 100 gewonnen – gegen eine starke nationale Konkurrenz. Im Juni 2021 hat er sich beim Dolomiti Extreme Trail versucht – und dort harte Nüsse zu knacken gehabt. Schließlich wurde es Platz 13. Beim UTMB war er schon zweimal Teilnehmer – das beste Resultat war Platz 17 im Jahr 2019.





 

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