UTMB-WOCHE 2021: CCC

 


 

 von Sabine



Der CCC (Courmayeur-Champex-Chamonix) ist nur 3 Jahre jünger als sein „großer Bruder“, der UTMB. Und dennoch hat dieses Rennen ganz andere Gesetze. Es findet – zumindest für die Laufspitze – ausschließlich bei Tageslicht statt. Es ist sehr viel schneller. Zwar gibt es Läufer wie Xavier Thevenard oder Caroline Chaverot, die sowohl den CCC als auch den UTMB gewonnen haben. Aber andere – und das sind vor allem die amerikanischen Läufer – haben beim CCC dominiert, waren beim UTMB aber weniger erfolgreich. Beispiel: Zach Miller. Sieg beim CCC 2015, und nach Plätzen 6 und 9 beim UTMB 2016 und 2017 zweimal DNF beim UTMB (2018, 2019). Beispiel: Hayden Hawks. Sieg beim CCC 2017. Dann DNF beim TDS 2018 und beim UTMB 2019. In diesem Jahr könnte man den Eindruck gewinnen, dass die geballte Spitze vom OCC vor 2 Jahren sich zum CCC angemeldet hat. Das Feld der Eliteathleten hat in diesem Jahr keine so große Tiefe wie in den letzten Jahren - und ist zusätzlich, vor allem bei den Damen, durch kurzfristige Absagen hochkarätiger Läuferinnen dezimiert. Es wäre trotzdem schön, wenn das Rennen ähnlich spannend würde wie das vom OCC.

 

 

Quick Facts:
 

Start: 27. August 2021, 9:00
Strecke: 101 km, 6100 Höhenmeter
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2021 sind 135 Männer und 36 Frauen in der Elitekategorie am Start.

 

 

Frauen:

  • Ruth Croft (NZL): Kurzfristige Absage wegen eines Magen-Darm Infekts. Sie hat bei den letzten beiden Austragungen den OCC gewonnen. Darüber vergisst man ganz gerne, dass sie auch schon mal beim CCC angetreten ist – und auch diesen gewonnen hat. Das war 2015. Aber auch in diesem Jahr hat sie gezeigt, dass sie nicht nur über 50km Höchstleistungen bringen kann: Beim diesjährigen Western States wurde sie Zweite hinter Beth Pascall. Für mich wäre sie die große Favoritin, wenn da nicht noch Azara Garcia wäre.
  • Azara Garcia de los Salmones (ESP): Absage wegen Verletzung. Als sie beim letzten mal auf Ruth Croft traf – das war beim OCC 2019 – da zog sie den Kürzeren. Doch: Neues Rennen, neues Glück. Sie scheint in dieser Saison in sehr guter Verfassung: Sieg beim Transgrancanaria, Platz 4 beim Lavaredo Ultra Trail. Es ist damit zu rechnen, dass sie Ruth Croft nicht einfach so davonziehen lässt.
  • Dominika Stelmach (POL): Startet nicht. Die Polin kommt eigentlich von den klassischen Ultra-Straßenläufen: Comrades, Two Oceans, Wings for Life – das sind die Veranstaltungen, bei denen sie richtig stark ist. Und plötzlich, seit Ende 2019, ist sie auch auf den Trails dieser Welt zu finden: Bei der Langstrecken WM der WMRA in Argentinien, beim Ultra Trail Cape Town, beim Innsbruck Alpine Trail Festival, beim Transgrancanaria. Und sie hat gezeigt, dass sie auch technischere Strecken drauf hat, z.B. mit ihrem zweiten Platz beim Zillertal Ultraks (Middle). Prognose: Sie wird das Rennen geduldig angehen und auf den letzten Streckenabschnitten noch einige Läuferinnen einsammeln. Denn an Ausdauer fehlt es ihr nicht. 
  • Amanda Basham (USA): Landete bei der letzten Austragung des CCC auf Platz 2. Außerdem zweimal (2016, 2018) Vierte beim Western States. In diesem Jahr hat sie den Speedgoat 50k bestritten und wurde dort ebenfalls Vierte.
  • Cat Bradley (USA): Den meisten wohl bekannt von ihrem Sieg beim Western States 2017. Doch daneben hat sie in den USA bei einigen Rennen super abgeschnitten: Unter anderem wurde sie beim Leadville 100 2019 Zweite. 2018 war sie schon mal in Chamonix, startete dort aber beim UTMB und wurde Achte. 
  • Marcela Vasinova (AUT): Startet nicht. Die gebürtige Tschechin startet für Österreich. Sie ist frischgebackene Doppelweltmeisterin im Skyrunning – sowohl im Skymarathon als auch im VK. Im letzten Jahr hat sie den Swissalpine K68 gewonnen. Das war gleichzeitig ihre bislang längste Wettkampfstrecke. Das könnte ihre (relative) Schwäche beim CCC sein.
  • Abby Hall (USA): Sie wurde in diesem Jahr bei den Canyons 100k Zweite, beim Western States landete sie auf Platz 14. Und es ist nicht das erste Mal, dass sie beim CCC antritt: 2019 wurde sie Achte. 
  • Marta Molist (ESP): Läuft vor allem Rennen in Spanien, sammelt dort aber richtig gute Ergebnisse. Zuletzt Sieg beim Tenerife Bluetrail. 
  • Yiou Wang (USA): Startet nicht. Hatte national einige richtig gute Ergebnisse, so z.B. zweimal Platz 1 (2016, 2017) und Platz 2 (2019) beim Lake Sonoma 50 sowie der Sieg bei der letzten Austragung der North Face Endurance Challenge California. International fehlen ihr allerdings noch gute Ergebnisse.   
  • Eli Gordon Rodriguez (ESP): Startet nicht. Die Spanierin feierte ihren größten Erfolg mit Platz 4 der Golden Trail World Series 2018. Im Jahr darauf konnte sie diesen Erfolg nicht mehr wiederholen und landete auf Platz 13. In diesem Jahr hat sie noch kein Ergebnis stehen.


 

Interessant aus deutscher Perspektive:

  • Daniela Oemus: hat den Start abgesagt, da sie derzeit ihr zweites Kind erwartet - herzlichen Glückwunsch! Zweimal hat sie den Rennsteig Supertrail gewonnen (2016, 2018) und zweimal den Zugspitz Supertrail (2017 und 2018). Nach einer Babypause kam sie dann 2020 ganz stark zurück mit einem dritten Platz beim Rheinquelle-Trail – aber den stärksten Auftritt legte sie mit Platz 4 im international hochklassig besetzten Marathon du Mont Blanc hin. Leider plagte sie danach eine Fußverletzung – man wird sehen müssen, wie sie beim CCC durchkommt.





 

Männer:

  • Stian Angermund (NOR) Er ist seit 2015 immer Mitfavorit, wenn er bei Trailrennen bis 50km Länge startet. 2019 gewann er den OCC. In diesem Jahr ist er der absolute Dominator der Golden Trail World Series: Drei Starts, drei Siege. Würde er wieder beim OCC starten, wäre die Sache wohl klar. Aber jetzt macht er, einen großen Sprung auf 100 km. Das erhöht die Spannung für dieses Rennen.
  • Thibaut Baronian (FRA) Auch er bevorzugt – wie Angermund – Trailrennen mit einer Länge bis rund 50 km. Beim OCC war er zweimal dabei und landete auf Platz 3 (2016) bzw. Platz 2 (2017). Er war der vierte der Golden Trail World Series 2019. In diesem Jahr belegt er derzeit Platz 5 in der Serienwertung. Die Frage ist auch bei ihm: Wie gut wird ihm der Sprung zu den 100 km gelingen? 
  • Luis Alberto Hernando (ESP): Der ehemalige Biathlet und Skilangläufer ist mittlerweile einer der erfolgreichsten Trailrunner. Zweimal - 2017 und 2018 - war er IAU/ITRA Weltmeister,  und 2019 gewann er den CCC. Immer für ein Top-Ergebnis gut.
  • Thibaut Garrivier (FRA): Der Zweite Thibaut in diesem Rennen ... Hatte 2019 seine bislang erfolgreichste Saison - nicht nur mit einem zweiten Platz beim CCC, sondern auch einem Sieg beim Transvulcania und Platz 3 bei der TNFEC California. Dann kam Corona - und kaum noch Rennen. Daher kann man seine gegenwärtige Form kaum einschätzen.
  • Jared Hazen (USA) Er hatte 2019 seinen großen Durchbruch mit dem Sieg beim Lake Sonoma 50 und Platz 2 hinter Jim Walmsley beim Western States. Schon sprach man davon, dass er schon bald Jim Walmsley ablösen könne – doch dann kam er ins Schlingern. Ein enttäuschender 13. Platz beim JFK 50 2020 und ein DNF beim diesjährigen Western States – diese beiden Tiefschläge konnte der 6. Platz beim Speedgoat 50k nicht kompensieren.
  • Andreu Simon Aymerich (ESP): Auch er war lange Zeit vor allem auf den kürzeren Trails unterwegs, hat seine „Reichweite“ aber in den letzten Jahren sukzessive Ausgebaut. Vor zwei Jahren war er zweiter beim OCC hinter Stian Angermund. In diesem Jahr musste er beim Lavaredo Ultra Trail nur Hannes Namberger den Vortritt lassen. Er sollte in den Kampf um das Podium eingreifen können.
  • Matt Daniels (USA) Absage wegen Verletzung. Sein größter Erfolg bisher: Platz 4 beim Western States 2019. Seitdem ist es etwas ruhiger um ihn geworden. Mit den europäischen Trails hat er noch seine Probleme, das hat er mit den Plätzen 62 und 85 beim Sierre-Zinal gezeigt.
  • Andreas Reiterer (ITA) Auch er wagt mit dem CCC den Sprung zur nächstlängeren Strecke, nachdem seine längste Renndistanz bislang bei gut 70 Kilometern lag. Sein Sieg beim Großglockner Trail liegt erst wenige Wochen zurück.


 

Interessant aus deutscher Perspektive:

  • Janosch Kowalczyk: 2018 war ein super Jahr für ihn mit hervorragenden Platzierungen, gekrönt vom Sieg beim Ultra Trail Cape Town. 2019 sollte dann den Sprung zu den 100 Meilen bringen. Doch leider kassierte er hier zwei DNFs – sowohl beim UTMF als auch beim UTMB. Nach der Corona-Pause kam er 2020 wieder gut in Tritt mit dem Sieg auf der Langdistanz beim IATF; in diesem Jahr lief es dagegen beim Lavaredo Ultra Trail nicht gut – er hatte einen harten Tag auf dem Trail und konnte mit Platz 17 zufrieden sein, denn immerhin hatte er das Ziel erreicht. Jetzt versucht er sich an der 100 Kilometerdistanz – smart!
  • Markus Mingo: Auf nationalem Level ist er top. 2017 gewann er beim Zugspitz Supertrail XL die Deutsche Meisterschaft im Ultratrail. Ein Jahr später hat er zusammen mit Hannes Namberger den Transalpine Run gewonnen. Und in diesem Jahr läuft es richtig gut: Siege beim TS52 beim Tschirgant Skyrun, beim Sauwald Trail und zuletzt beim Marathon Trail des KAT. Jetzt also die ganz große Bühne …
  • Lukas Sörgel: Auch er hat praktisch fast bei jedem nationalen Event von Rang und Namen mitgemacht, darunter der UTLW (Platz 2 2015), der Zugspitz Supertrail (Platz 2 2016 und 2017), der Maintal Ultratrail (Sieg 2017) oder der Walser Ultratrail (Sieg 2019). Letztes Jahr wurde der Dritter beim Pitz Alpine P106.
  • Johannes Obermüller: Sein bestes Ergebnis bislang: Der Sieg beim Pitz Alpine Glacier Trail P 90.







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