SNEAK PEEK: TDS

von Sabine



UTMB-Woche: Es geht los. Den Start bei den richtig interessanten Rennen macht der TDS. Dieser hat in diesem Jahr ein kräftiges Remake erfahren: Er ist jetzt 145km lang und weist 9100 Höhenmeter auf – statt den bisherigen 121km/7500 Höhenmeter.


TDS:
Start: 28 August 2019, 04:00
Strecke: 145 km, 9100 Höhenmeter
Live Resultate: https://utmb.livetrail.net/
Live TV hier.
Preview der Strecke:



Während im letzten Jahr der TDS so dicht besetzt war wie noch nie, hat mit der Überarbeitung der Strecke der Run der Elite-Athleten auf diesen Wettkampf etwas nachgelassen. Das ist schon rein numerisch nachzuvollziehen: 2018 waren 29 Frauen und 101 Männer mit ITRA-Elitestatus am Start, in diesem Jahr sind es nur 17 Frauen bzw. 63 Männer.


Frauen:
  • Audrey Tanguy (FRA):  Sie ist die Titelverteidigerin. Und man kann sagen, dass mit dem Sieg im letzten Jahr bei ihr der Knoten geplatzt ist. Danach folgten unter anderem Platz 2 bei der Diagonale des Fous, der dritte Platz beim MIUT und der zweite Platz beim Lavaredo Ultratrail. Wenn sie fit ist, wird sie ihren Konkurrentinnen sicher das Leben schwer machen.
  • Kathrin Götz (SUI): Kathrin Götz hatte in ihrere Karriere schon Verletzungspech – aber seit letztem Sommer läuft es bei ihr rund: In diesem Sommer hat sie innerhalb von drei Wochen sowohl den Lavaredo Ultratrail als auch den Eiger E101 gewonnen. Bei letzterem stürzte sie aber und hatte danach Knieprobleme. Hoffen wir, dass sie inzwischen wieder komplett kuriert sind. Dann spricht sie ganz sicher ein Wörtchen um den Sieg mit.
  • Hillary Allen (USA): Bei ihrem Namen muss man immer an ihren schweren Sturz in Tromso 2017 denken. Ein Jahr brauchte sie, bis sie mit ihrem Comeback beginnen konnte. Dass dies hier mehr als ein Comeback-Race von „Hillygoat“ ist, darauf weist ihr Sieg beim diesjährigen Cortina Trail hin. Die Frage wird eher sein, ob sie diese lange Strecke „drauf“ hat, denn sie ist meist auf Strecken deutlich unter 100km unterwegs.
  • Francesca Pretto (ITA): Die 42-jährige Italienerin ist erst relativ spät zum Ultrasport gekommen. Aber sie scheint immer besser in Tritt zu kommen. In diesem Jahr belegte sie beim MIUT Platz 7, beim Lavaredo Platz 3 und siegte im kompetitiv besetzten Trans d’Havet. Sie sollte das Potential haben, in die Top 5 zu kommen.
  • Elisabeth Borgersen (SWE): Ebenfalls Potential für die Top 5 hat Elisabeth Borgersen. Sie hat schon Erfahrung beim OCC und CCC gesammelt, im vergangenen Jahr war sie Siebte beim TDS. Und in diesem Jahr war sie schon Achte beim MIUT und Sechste beim 90km-Rennen vom Mont Blanc.


Männer:
  • Dmitry Mityaev (RUS): Er war im letzten Jahr Dritter beim TDS. In diesem Jahr ist er bedeutend weniger Rennen gelaufen als im letzten Jahr – aber beim Transvulcania hat er mit seinem zweiten Platz gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Die Frage ist nur: Wie wird er diesen langen TDS schaffen – denn bislang ist Mityaev meist Wettkämpfe unter 100km gelaufen.
  • Ludovic Pommeret (FRA): Dass er die Distanz kann, hat er schon bewiesen – 2016 gewann er den „großen Bruder“ des TDS, den UTMB. In den letzten beiden Jahren war er aber auf der internationalen Bühne nicht mehr sehr präsent. Man wird sehen, ob Pommeret den „jungen Wilden“ Paroli bieten kann.
  • Pere Aurell (ESP): Der Ehemann von Ragna Debats ist derzeit hauptsächlich bei den kürzeren und technisch schwierigen Skyraces unterwegs. In der Skyrunning World Series liegt er derzeit auf dem sechsten Platz. Dass er auch Ausdauer für lange Strecken besitzt, hat er bei mehreren Etappenrennen bewiesen, zuletzt bei seinem Sieg bei der Coastal Challenge im Frühjahr. Allerdings hat er noch nie einen Wettkampf absolviert, bei dem mehr als 100km in einem Tag zurückzulegen waren.
  • Pablo Villa (ESP): Der Spanier ist wie Pere Aurell in diesem Jahr in der Skyrunning Serie unterwegs. Allerdings hat er in diesem Jahr auch schon einen Wettkampf über mehr als 100 km gefinisht, den Transgrancanaria (2. Platz). 
  • Hallvard Schjolberg (NOR). Er war neben Robert Hajnal DIE Überraschung beim letztjährigen UTMB. Während er beim UTMB 2017 noch auf Platz 28 gelandet war, schaffte er es 2018 auf Platz 4! In diesem Jahr ließen die Ergebnisse keinen klaren Trend erkennen: Sieg beim IATF auf dem K85, dann Platz 89 bei der Trailrunning WM, und schließlich Platz 19 beim Western States. Ihm kann man viel zutrauen, aber es kann auch schiefgehen.
  • Tofol Castaner (ESP): Er ist mit mittlerweile 47 Jahren nicht mehr der Jüngste. Aber er hat viel Erfahrung – und für ihn gilt: Je länger die Strecken, desto besser wird er. Deshalb hat er sich in diesem Jahr bei seinem zweiten Platz beim Zugspitz Supertrail auch „beschwert“, dass die Strecke verkürzt wurde. Im letzten Jahr wurde er in einem sehr kompetitiven Läuferfeld Vierter beim TDS. Ihm kann man was zutrauen.
  • Jordi Gamito (ESP): Im letzten Jahr konnte er mit dem dritten Platz beim UTMB seiner bisherigen Karriere die Krone aufsetzen. Seit vielen Jahren entwickelt sich Gamito Stück für Stück weiter. In diesem Jahr sind die Top-Platzierungen in großen Rennen noch ausgeblieben: Beim Transvulcania wurde er Elfter, beim Western States schied er vorzeitig aus.
  • Walter Manser (SUI): Dem derzeitigen Schweizer Meister im Ultratrail sollte die Strecke liegen: Er ist meist auf Strecken von 100km und mehr unterwegs – und das recht flott. In diesem Jahr wurde er beim Eiger Ultra Trail E101 Dritter und gewann den Scenic Trail K113. Bei den UTMB-Rennen ist er in diesem Jahr zum ersten mal dabei.


Interessant aus deutscher Perspektive:
  • Benni Bublak: Er hat mit dem TDS noch eine Rechnung offen. Letztes Jahr war Schluss nach 60km, in diesem Jahr soll es besser laufen. In den letzten Wochen wurde Benni Bublak weniger bei den Rennen gesichtet als sonst – er hat sich die klassischen Britischen „Rounds“ vorgenommen. Die Bob Graham Round und die Paddy Buckley Round hat er jetzt im Kasten. Sollte eigentlich ein gutes Training sein für eine so lange Strecke … Und beim Koasa-Jubiläums-Lauf in diesem Jahr musste er sich nur dem späteren Sieger, Moritz auf der Heide, geschlagen geben.
  • Florian Felch: Er war in diesem Jahr beim IATF K85 und beim Zugspitz Supertrail unter den Top 10. In den letzten Wochen hat er sich vorwiegend damit beschäftigt, im Allgäu ein paar neue FKTs aufzustellen.





Hier geht's zu den Previews zu den anderen Rennen:

Kommentare