SNEAK PEEK: OCC

von Sabine



In den letzten beiden Jahren hat sich die Aufmerksamkeit zunehmend zu den „kürzeren“ Läufen verlagert, d.h. zu den Läufen im Bereich der Marathondistanz oder von 50km. Entsprechend wird es dieses Jahr auch beim OCC spannend – einige „High-Potentials“ haben gemeldet. Es lohnt sich, Livetracking oder Live TV zu verfolgen ...


OCC:
Start: 29. August 2018, 08:15
Strecke: 55 km, 3500 Höhenmeter
Live Resultate: https://utmb.livetrail.net/
Live TV hier.
Preview der Strecke:


Er ist eines der jüngsten Mitglieder in der UTMB-Familie: Der OCC. Steht für Orsières-Champex-Chamonix. Seit 2014 gibt es ihn. Zunächst wurde er eher belächelt und im Vergleich zu den langen Strecken nicht wirklich ernstgenommen. Seit zwei Jahren steht er mehr und mehr im Fokus der Trailrunning-Elite. Ob Marc Lauenstein, Emelie Forsberg, Rory Bosio, Ruth Croft, Lucy Bartholomew oder Erenjia Jia – viele Elite-Läufer sind schon in den beiden letzten Jahren beim OCC gestartet. Und in diesem Jahre scheint die Leistungsdichte noch höher …


Frauen:
  • Ruth Croft (NZL). The Champion is back … Sie gewann im letzten Jahr den OCC und in diesem Jahr hat sie ihren Erfolg beim Mont Blanc Marathon wiederholt. Und sie wurde Zweite bei der Trailrunning-Weltmeisterschaft. Wer auch immer sich um den Sieg beim OCC bemüht, wird es mit Ruth zu tun bekommen. 
  • Azara Garcia de los Salomones (ESP). Sie liefert zuverlässig hervorragende Ergebnisse ab – aber der große Durchbruch fehlt ihr noch. Sie war in diesem Jahr Vierte bei der Trailrunning-Weltmeisterschaft in Portugal, Siebte beim Marathon du Mont Blanc, und Vierzehnte beim Sierre-Zinal. Könnte der OCC in diesem Jahr für sie das Breakout-Race werden?
  • Sheila Aviles (ESP). Die Spanierin führt derzeit die Wertung in der Skyrunner World Series an – das ist alleine schon ein Ausrufezeichen. Kann sie aber auch die längeren Strecken? Schließlich ist der OCC mit seinen 55km ja deutlich länger als das durchschnittliche Skyrunning Race. Aber das sollte sie auch draufhaben. Immerhin gewann sie den über die Marathondistanz führenden Buff Epic Trail und wurde bei der Trail Word Championship Dritte.
  • Dominika Stelmach (POL). Sie war international bislang vor allem auf der Straße erfolgreich: Wings vor Life Run, Two Oceans, Comrades. Bei den beiden Rennen in Südafrika wurde sie in diesem Jahr zweite (Two Oceans) bzw. Fünfte (Comrades). Das ist ein riesiger Erfolg angesichts der dortigen Leistungsdichte. Wenn sie ihr Vermögen auch auf den Trail übertragen kann, dann dürfte mit ihr zu rechnen sein. Dominika Stelmach startet nicht
  • Anna Mae Flynn (USA). In diesem Jahr war sich richtig stark in den USA: Sieg beim Lake Sonoma 50 im Frühjahr und Sieg beim Speadgoat 50 im Sommer. Sie kann also sowohl steiles Gelände als auch welliges Terrain. Die besten Voraussetzungen für ein gutes Abschneiden beim OCC. Anna Mae Flynn startet nicht
  • Anna Comet (ESP). Ihre beste Leistung in diesem Jahr: Sie gewann den Kalser Tauerntrail im Rahmen des GGUT. Und 2017 war sie Neunte beim CCC. Sie sollte eine realistische Chance auf die Top 10 haben.


Männer:
  • Stian Angermund-Vik (NOR): Eigentlich ist er ein VK-Spezialist. Doch seit einigen Jahren ist er viel auf der Marathondistanz unterwegs. Beim Mont Blanc Marathon (Platz 4), beim Zegama Platz 4) und beim Dolomyths (Platz 6). Macht zusammen Platz 3 im Ranking der Golden Trail Series. Er könnte ein wesentlicher Player in diesem Rennen sein.
  • Erenjia Jia (CHN): Er ist der Titelverteidiger beim OCC. Der Chinese mit seiner Vorliebe für mittellange Rennen hat im letzten Jahr alle überrascht. In diesem Jahr sollte die Überraschung kleiner ausfallen, wenn er vorn mitmischt – zumal er seit dem letztjährigen OCC keine Rennen mehr außerhalb von China gelaufen ist. Erenjia Jia startet nicht
  • Ruy Ueda (JPN): Der Japaner hat schon eine Geschichte in Chamonix – 2016 wurde er Zweiter beim CCC. In diesem Jahr hat er sich aber ganz dem Skyrunning verschieben und liegt in der Gesamtwertung nach Siegen am Mt. Awa und beim Livigno Skymarathon auf Platz 2. Im Prinzip sollte er die Strecke „draufhaben“. Ruy Ueda startet nicht
  • Thibaut Barionian (FRA): Er kennt die Strecke – denn er war schon einmal Dritter (2016) und einmal Zweiter (2017) beim OCC. Seit dem letzten Jahr fokussiert sich der Franzose aus Team Salomon ganz auf die Salomon Golden Trail Series – das heißt: auf die Marathondistanz. Derzeit ist er Fünfter der Gesamtwertung nach einem dritten Platz in Zegama, einem sechsten Platz beim Mont Blanc Marathon und einem 14. Platz in Sierre Zinal. Am vergangenen Wochenende hat er beim Pikes Peak auch noch den siebten Platz erreicht. Wird er schon fit sein für den OCC wenige Tage später? Thibaut Baronian startet nicht
  • Patrick Reagan (USA): Eigentlich ist er auf den längeren Strecken zu Hause: Zweimal gewann er den Javelina Jundred (2017 und 2018),  wurde beim diesjährigen Western States in einem sehr kompetitiven Feld Achter, und landete 2017 und 2018 auf Platz 2 beim Ultravasan. Das Durchhaltevermögen sollte er also mitbringen – aber hat er auch die Spritzigkeit, sich gegen die Spezialisten über die kürzeren Distanzen durchzusetzen?
  • Nicolas Martin (FRA). Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft wurde er Fünfter, wurde Achter beim Marathon du Mont Blanc. Fast noch höher einzuschätzen ist aber sein dritter Platz beim diesjährigen, hochkompetitiv besetzten Trail du Ventoux - vor Andy Symonds, Ludovic Pommeret oder Diego Pazos. Mit Nicolas Martin muss man rechnen ...


Interessant aus deutscher Perspektive:
  • Christoph Lauterbach. Sein größter Erfolg in diesem Jahr: Platz 8 beim Mount Awa Skyrace.  Christoph Lauterbach startet nicht
  • Carsten Drilling, der in diesem Jahr schon mit 22:12 und Platz 43 sehr gut beim Western States abgeschnitten hat.
  • Nicht dabei ist dagegen Florian Neuschwander – der muss eine Bänderverletzung auskurieren, die er sich beim Training zugezogen hat.


Hier geht's zu den Previews zu den anderen Rennen:

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