SNEAK PEEK: CCC

von Sabine





Einige Stunden, bevor die Läufer beim UTMB auf die große Schleife um den Mont Blanc gehen, starten die Läufer des CCC in Courmayeur, nehmen aber anders als die Läufer des TDS die nördliche Route um das Mont Blanc Massiv.

CCC:
Start: 30 August 2019, 09:00
Strecke: 101 km, 6100 Höhenmeter
Live Resultate hier: https://utmb.livetrail.net/
Live TV hier.
Preview der Strecke:



Die substanziellen Streckenänderungen beim TDS werden sicher auch dem CCC guttun – denn jetzt sind die Streckenlängen und die Charakteristik der beiden Läufe sehr unterschiedlich geworden. Der CCC wird also in Zukunft keine Konkurrenz innerhalb der UTMB Serie mehr haben für Läufer, die einen technisch nicht allzu anspruchsvollen 100 km Lauf suchen. In diesem Jahr sind einige High Potentials dabei, die in dieser Saison noch nicht so richtig gezeigt haben bzw. zeigen konnten, was sie draufhaben. Umso spannender wird es bei diesem Rennen.



Frauen:
  • Brittany Peterson (USA): Die Zweite des diesjährigen Western States hat zwei sehr erfolgreiche Jahre hinter sich, bei dem sie sowohl hervorragende Ergebnisse im technischen Skyrunning (Platz 4 bei der Trofeo Kima, Platz 3 und 4 beim Hamperokken Skyrace) als auch im nicht-technischen Ultrarunning vorweisen kann (Siegerin Bandera 100).
  • Keely Henninger (USA): Nach zwei sehr aktiven und guten Jahren mit einem vierten Platz beim CCC 2018, einem Sieg beim Lake Sonoma 50 2018 sowie zwei fünften Plätzen beim Lavaredo und beim Ultra Trail Cape Town hat Keely Henninger in diesem Jahr nur kleinere Rennen gemacht.
  • Kelly Wolf (USA): Auch Kelly Wolf hatte 2018 ein super Jahr. Ihr gelang beim Tarawera 100 und Lavaredo der Sieg, beim Transvulcania wurde sie Dritte, beim UTCT Vierte. Auf dieses „Hammerjahr“ folgte dann in diesem Jahr der vierte Platz beim Lake Sonoma, sonst aber nichts mehr. Daher wird man wohl bei ihr wie auch bei Keely Henniger abwarten müssen, ob sie zu alter Stärke zurückfinden.
  • Gemma Arenas (ESP): Sie ist die Siebte der diesjährigen Ultratrail-Weltmeisterschaften und die Vierte der Weltmeisterschaften des letzten Jahres.
  • Holly Page (GBR): Sie wurde in diesem Jahr hinter einer überragenden Ida Nilsson zweite bei der Coastal Challenge – und wurde im Juli zweite beim Hamperokken Skyrace. Überhaupt sind die technischen Trails eher die Stärke der Britin. Der CCC in diesem Jahr wird bei weitem ihre längste Wettkampfstrecke werden.
  • Emelie Forsberg (SWE): Nein, Wunder kann man von Emelie nicht erwarten, aber es ist schön, dass man sie nach der Geburt ihrer Tochter wieder auf den Trails sieht. Ihr letztes Rennen ist über ein Jahr her – der zweite Platz beim Ultra Sky Marathon Madeira. Der Wettkampf beim CCC wird einen ersten Anhaltspunkt geben, wie gut ihre Form zurückgekehrt ist.
  • Lucy Bartholomew (AUS): Die junge Australierin war im letzten Jahr eines der aufstrebenden Talente im Ultra-Trailrunning mit einem dritten Platz beim Western States. Allerdings zeigt in diesem Jahr die Leistungskurve nach unten. Nach einem fünften Platz beim TDS 2017 und einem elften Platz im OCC 2018 startet sie in diesem Jahr beim CCC. Erfolg ungewiss …

Interessant aus deutscher Perspektive:
  • Juliane Totzke: Der Läuferin aus Thüringen liegen eigentlich am besten laufbare Trails: Rennsteig, Südthüringentrail, Röntgenlauf. Sie alle hat sie in den letzten Jahren schon gewonnen. In diesem Jahr hat sie sich beim ZUT in die Berge gewagt – und kam auf der Supertrail-Strecke mit einem dritten Platz zurück.
  • Simone Schwarz: Sie war es, die Juliane Totzke beim diesjährigen ZUT den zweiten Platz "weggenommen" hat – ihr liegen die technischeren Strecken, und sie hat schon sehr viel Erfahrung im Mittelgebirge, aber auch in den Alpen gesammelt. Auch für sie wird es die erste Teilnahme bei einem Rennen der UTMB-Serie sein.


Männer:
  • Luis Alberto Hernando (ESP): Kaum ein anderer Läufer geht so oft als Sieger aus einem Rennen hervor, bei dem er an der Startlinie steht. Doch diese Serie scheint bei Hernando, dem Weltmeister im Ultratrail von 2018, seit dieser Saison gerissen zu sein. Wir sahen ihn in diesem Jahr vorwiegend in kürzeren Rennen, bei der Weltmeisterschaft wurde er „nur“ Elfter, und beim Livigno Skymarathon im Juni landete er auf Platz 4. Mit welcher Form wird er beim CCC antreten?
  • Marco de Gasperi (ITA): Der einstige Berglaufspezialist hat sich seit dem letzten Jahr auf die etwas längeren Strecken fokussiert. Er startete 2018 beim CCC, seinem ersten Rennen über 100 km – und wurde auf Anhieb Vierter. Geht da noch mehr?
  • Jiasheng Shen (CHN): Typisch für die Chinesen, die wir derzeit im Ultratrail-Running sehen: Im letzten Jahr war der OCC das erste Rennen, dass er außerhalb Chinas lief – und er erreichte auf Anhieb Platz 6. Im Januar 2019 hat er den Hong Kong 100 gewonnen und wurde beim Lavaredo Zweiter hinter Tim Tollefson. Ich würde mich wundern, wenn er nicht unter die Top 5 kommen würde.
  • Cristofer Clemente (ESP): Wenn der Spanier in den letzten Jahren bei einem Rennen Antrat, landete er fast sicher auf dem Siegertreppchen. Er ist der Zweite der WM 2018, war zweimal Dritter beim Transgrancanaria, hat den Stubai Ultratrail zweimal gewonnen. In diesem Jahr ist er erstmals bei einem UTMB-Rennen dabei.
  • Thibaut Garrivier (FRA): Der Franzose lief lange Zeit unterhalb des Radars. Aber spätestens seit seinem Sieg beim diesjährigen Transvulcania sollte man ihn ernstnehmen. Der CCC wird sein längstes bisheriges Rennen werden.
  • Michel Lanne (FRA): Er hat 2016 den CCC gewonnen und 2017 den TDS. Nachdem er im letzten Jahr „kleinere Brötchen gebacken“ hat, ist er in diesem Jahr wieder beim CCC dabei.
  • Mario Mendoza (USA): Coconino Cowboy Mendoza wurde im letzten Jahr Sechster bei der Ultratrail WM und belegte Platz 15 beim Western States. Vor vier Wochen gewann er den White River 50 – und zeigte damit, dass er zur Zeit gut in Form ist.
  • Cody Reed (USA): Der zweite Coconino Cowboy in diesem Rennen. Siebter beim Western States 2018. In diesem Jahr steht schon ein zweiter Platz beim Tarawera 100 zu Buche.
  • Sam McCutcheon (NZL): Er wurde in diesem Jahr Dritter beim Lavaredo – wenn er seine Form erhalten hat, dann sollten hier die Top 10, wenn nicht sogar die Top 5 drin sein.
  • Benoît Girondel (FRA): Hat 2017 und 2018 die Diagonale des Fous auf La Reunion gewonnen – 2018 gemeinsam mit Francois d’Haene. Allein das zeigt schon, dass Girondel es drauf hat. In diesem Jahr Sieger beim Swiss Canyon Trail.
  • Thomas Farbmacher (AUT): Fast immer steht er auf dem Siegerpodest, wenn er bei einem Rennen startet, nicht selten auch ganz oben: Ob beim Zugspitz Ultratrail, beim Großglockner oder beim Schwarzach Trail. Allerdings hat er sich bislang fast ausschließlich auf Veranstaltungen in Deutschland und Österreich fokussiert – beim diesjährigen CCC kann er zeigen, was er im internationalen Vergleich drauf hat.

Interessant aus deutscher Perspektive:
  • Hannes Namberger: Wurde beim Transvulcania im letzten Jahr Achter und in diesem Jahr Zehnter. In diesem Jahr gewann er nicht nur die Zillertal Ultraks, sondern lief auch im hochkompetitiven Starterfeld des Royal Ultra Sky Marathon auf den vierten Platz – und ließ dabei Läufer wie Daniel Jung, Andy Symonds und Pere Aurell hinter sich. Wenn alles gut läuft, hat er durchaus eine Chance auf die Top 10.
  • Marcel Höche: Auch wenn er wohl keine Chancen hat auf vordere Plätze, wird es interessant zu sehen, was der Läufer vom Team Adidas abliefert. In diesem Jahr wurde er unter anderem Vierter beim Eiger Ultra Trail E51.


Hier geht's zu den Previews zu den anderen Rennen:




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