The week of UTMB: Preview CCC

von Sabine




Während der OCC für dieses Jahr Geschichte ist, die Läufer vom PTL noch auf der Strecke sind und die letzten Läufer des TDS noch im Ziel eintrudeln, kann man schon den Blick auf die nächste Veranstaltung werfen: Den CCC.


CCC


Start: 31 August 2018, 09:00
Strecke: 101 km, 6200 Höhenmeter
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Der CCC hat in den letzten Jahren fast die gleiche Beachtung gefunden wie der UTMB selbst, denn die Läufer mit Fokus auf etwas kürzere und schnellere Rennen haben sich meist dieses Rennen ausgesucht. In diesem Jahr ist das Feld der Top-Läufer nicht ganz so dicht, denn eine große Zahl von Läufern haben sich zum TDS „verirrt“. Aber es ist alles relativ. Mit Sicherheit wird es auch hier ein spannendes Rennen geben.


Frauen

  • Ida Nilsson. Wenn Ida Nilsson in einem Lauf an den Start geht, kann man fast schon darauf wetten, dass sie das Rennen gewinnt. So in diesem Jahr beim Transvulcania und beim Marathon in Zegama-Aizkorri. Beim diesjährigen Marathon du Mont Blanc wurde sie hinter einer wie entfesselt laufenden Ruth Croft Zweite. Nun will sie beim diesjährigen CCC zum ersten mal die 100 km Grenze knacken.
  • Maite Maiora. 2017 war das Jahr der Spanierin. Sie gewann ein Skyrace nach dem anderen. Livigno, Tromso, Zegama-Aizkorri, Ultra Pirineu. Dazu kam noch ein zweiter Platz beim CCC. In diesem Jahr war es deutlich ruhiger um sie. Nur bei der Trail-WM auf den Penyagolosa Trails konnte sie mit Platz 5 annähernd ihre gewohnte Form zeigen. Mal sehen, was der diesjährige CCC für sie bringt.
  • Miao Yao. Hat im Januar den Hong Kong 100 gewonnen – und bei ihrem ersten Rennen außerhalb Chinas beim Lavaredo gleich Platz 2 belegt. Wenn man ihre Renntaktik vom Lavaredo als Maßstab nimmt ist damit zu rechnen, dass sie das Rennen sehr schnell angehen wird.
  • Anne Lise Rousset. Die Französin lief den CCC schon einmal 2014. Damals hat sie das Rennen auf Anhieb gewonnen. Gut, mag man sagen, damals war auch die Konkurrenz noch nicht so groß. Richtig. Aber mit jeweils einem Zweiten Platz beim Transvulcania 2016 und 2017 zeigt sie, dass mit ihr zu rechnen ist.
  • Katie Schide. Die US-Amerikanerin hatte schon in den letzten Jahren bei jedem Start eine Top 10 Platzierung sicher. Aber in diesem Jahr war jeder Start ein Sieg. So z.B. beim 85km Lauf des MIUT. Und beim Maxi Race du Lac d’Annecy. Ob die Serie auch beim CCC anhält?
  • Cecilia Flori. Die in Neuseeland lebende Italienerin hat es in diesem Jahr auf Platz 5 beim Western States geschafft. Und bei der 50km Version des Ultra Trail Australia stand sie ganz oben auf dem Treppchen. Mit ihr ist auf jeden Fall zu rechnen – und in Neuseeland sollte man eigentlich für ein alpines Rennen gut trainieren können.
  • Jasmin Nunige. Man kennt die Schweizerin vor allem als erstklassige Läuferin von Bergmarathons. Und dennoch läuft sie regelmäßig auf der Ultra-Distanz, denn den Swissalpine K78 hat sie kaum in einem Jahr ausgelassen und insgesamt siebenmal gewonnen. In diesem Jahr wurde sie Zweite beim neugeschaffenen T88. Müdigkeit merkt man der inzwischen 45-Jährigen nicht an: Mit dem CCC wagt sie sich zum ersten mal an einen Lauf über die 100km Grenze.
  • Laia Canes. Die Spanierin ist hierzulande eher unbekannt. Zu Unrecht! Denn zweimal schon stand sie auf dem Treppchen beim CCC, denn 2015 und 2017 erreichte sie jeweils Platz 3. Und bei der Trail-WM auf den Penyagolosa Trails wurde sie sogar Zweite. Eine Starke Konkurrentin für Nilsson, Maiora und co.
  • Azara Garcia De Los Salmones Marcano. Oft schon fiel das Wort “Trail-WM”. Die Läuferin mit dem wohlklingenden, aber eher unbekannten Namen war die Siegerin bei der diesjährigen WM. Und das war nicht ihre einzige Bestleistung. 2016 war sie schon mal zweite bei der Trail-WM geworden, und 2017 gewann sie den Transgrancanaria. Wenn sie auch im alpinen Gelände schnell ist, wird man mit ihr weit vorn im Feld rechnen können.
Interessant aus deutscher Perspektive: Gitti Schiebel. Sie hat gerade den Walser Ultra Trail gewonnen und fühlt sich anscheinend gerade auf den heimischen Trails sehr wohl. Es wird spannend sein zu sehen, wie sie sich auf dem großen "internationalen Parkett" schlägt.

Camille Herron wird zwar auf den Startlisten noch geführt, aber sie wird definitiv nicht laufen. Der Ermüdungsbruch am Oberschenkelhals hat schon dazu geführt, dass sie beim Comrades und Western States nicht laufen konnte, jetzt ist auch der UTMB keine Option mehr. Sie wird wohl 2018 abhaken müssen ...


Männer

  • Pau Capell. Sicher der „man to watch“ in diesem Rennen. Der hat in diesem Jahr eine beachtliche Serie hingelegt. Sieger beim Transgrancanaria, Zweiter beim UTMF, Zweiter beim Lavaredo und im Juli noch Sieger beim Eiger Ultra Trail E101. Danach hat er zusammen mit Gediminas Grinius noch schnell den Staffelwettbewerb des GGUT gewonnen. Kaum einer hat größere Siegchancen als er.
  • Min Qi. Der Freund von Miao Yao gehört zu den ganz schnellen chinesischen Läufern, die im letzten Jahr die internationale Laufszene aufgemischt haben. Er hat im Januar den Hong Kong 100 gewonnen und sicher die Schnelligkeit, auch beim CCC aufs Podium zu laufen – allerdings ist es sein erstes Rennen außerhalb von Ostasien. Man wird sehen, wie er sich in der europäischen Rennszene „akklimatisieren“ kann.
  • Cody Reed. Der Coconino Cowboy hat in diesem Jahr einen ordentlichen Sprung nach vorn gemacht, und das nicht nur hinsichtlich der Streckenlänge. Zweiter beim Bandera 100, Zweiter beim Tarawera 100 und zuletzt im Juni Siebter beim Western States 100. Er hat sicher die Voraussetzungen für die Streckenlänge und die technischen Anforderungen. Auch er könnte sich mit Pau Capell ein Duell um die Podiumsplätze liefern.
  • Thomas Evans. Der 26-jährige Welsh Guard hat in diesem Jahr alle beeindruckt, als der bei der Coastal Challenge, einem Etappenrennen in Costa Rica, Hayden Hawks den Sieg abluchste. Aber auch sonst liest sich seine erst zweijährige Ultrakarriere beeindruckend: Im letzten Jahr kam er aus dem Stand beim Marathon des Sables auf Platz 3, dann erreichte er Platz 4 beim Eiger Ultra Trail E101 und beim CCC, und in diesem Jahr sogar Platz 3 bei der Trail WM auf den Penyagolosa Trails. Von ihm kann man viel erwarten …
  • Aurelien Collet. Der Franzose wurde in diesem Jahr Zweiter beim Transgrancanaria. Aber auch sonst konnte er immer wieder beeindruckende Ergebnisse einfahren: 2014 wurde er Dritter auf der Diagonale des Fous, 2016 Neunter beim Transvulcania, 2017 Dritter beim Ultra Trail Australia. Ob er beim CCC aufs Podium kommt ist fraglich, aber ein Platz in den Top 10 sollte drin sein.
  • Marco de Gaspari. Den Italiener kennt man von Bergläufen und vom Skyrunning. Dort kann er auf eine sehr lange Karriere zurückblicken. Nun wagt sich der inzwischen 4- jährige Läufer zunehmend auf längere Strecken. Der CCC ist aber bei weitem das Längste, an das er sich gewagt hat. Entsprechend unsicher ist die Prognose – die technischen Fähigkeiten zum Laufen am Berg hat er wie kaum ein anderer, aber steht er das auch über 101 km durch?
  • Andris Ronimoiss. Der Lette war schon im letzten Jahr beim CCC dabei und landete dort auf Platz 19. Dieses Jahr kann man ihn weiter vorn erwarten, denn er hatte mit seinem Sieg beim Madeira Island Ultra Trail in diesem Jahr sein „breakout race“ und war fast eine Stunde schneller als im Vorjahr. Und bei der Trail-WM auf den Penyagolosa Trails landete er in einem sehr kompetitiven Feld auf Platz 11.
Interessant aus deutscher Perspektive: Michael Arend. Der Trailrunner und Trainer aus dem Allgäu hat in diesem Elitefeld zwar eher keine realistische Chance, in die Top 10 zu kommen. Aber es ist schön zu sehen, dass mal wieder ein Deutscher in der Elite-Klassifikation der ITRA vorkommt – und sich der Herausforderung CCC stellt.

Viel Spaß beim Zuschauen!

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